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Nun doch Offenhaltung bis zur BER-Eröffnung

Gnadenfrist für Tegel

Berlins Flughafen Tegel bleibt bis zur Öffnung des BER, Ende Oktober, nun doch nahtlos in Betrieb. Die Pläne einer vorgezogenen Tegel-Schließung wurden wegen des wieder zunehmenden Verkehrs aufgegeben.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sagte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch: "Ende Juli haben wir wahrscheinlich wieder so viele reguläre Flüge, dass für die Abfertigung unter Corona-Bedingungen beide Flughäfen gebraucht werden. Dass die Erholung nun so schnell startet, war von allen erhofft, aber bis vor Kurzem nicht erwartet worden. Die täglichen Passagierzahlen werden mit fast 20.000 Passagieren Ende Juli noch weit unter den Vorjahreswerten liegen. Aber die gesamte Abfertigung, vor allem die Sicherheitschecks, braucht unter Corona-Bedingungen deutlich mehr Platz. Um diesen Platz bis zur Inbetriebnahme des BER verlässlich vorhalten zu können, sollen Tegel und Schönefeld parallel bis Ende Oktober in Betrieb bleiben."

Die FBB ziehe deshalb ihren Antrag auf Befreiung von der Betriebspflicht zurück. Um den zunehmenden Flugverkehr bis zur Inbetriebnahme des BER operativ verlässlich und gesundheitlich sicher organisieren zu können, solle der Flughafen Tegel wie ursprünglich geplant bis zum 8. November 2020 in Betrieb bleiben.

Lütke Daldrup sagte, bisher seien in Berlin im Jahr 2020 erst rund sechs Millionen Passagiere befördert worden. Er hoffe zum Jahresende auf ein zweistelliges Millionenergebnis. Bisher gehe es für die Flughäfen angesichs der Corona-Zahlen nur um Verlust-Verminderung und noch nicht um Profite. Mit der Bundespolizei sei eine Beschleunigung der Sicherheitskontrollen vereinbart worden. Statt einst 150 Passagieren pro Spur und Stunde seien unter Corona-Schutzbedingungen zeitweise nur 30 bis 35 Fluggäste pro Stunde kontrolliert worden. Dies werde nun wieder etwas schneller klappen. Dennoch bitte er alle Passagiere, zwei Stunden vor Abflug am jeweiligen Flughafen zu sein.

Ab Mitte Juni steige die Zahl der regulären Verbindungen ab Berlin auf 40 pro Tag an. Einen Monat später seien es bereits 100 Verbindungen, die täglich angeboten würden. Die Zahl der täglichen Passagiere steige im Juni von jetzt etwa 3000 wahrscheinlich auf mehr als das Doppelte an. Ende Juli würden bis zu 20.000 Passagiere erwartet.

Ein wesentlicher Grund für die deutlich steigende Zahl von Verbindungen liege in der Aufhebung der Reisebeschränkungen. So habe die Bundesregierung heute angekündigt, die bisher bestehenden strikten Reisebeschränkungen ab Mitte Juni weitgehend aufzuheben. Damit sei freier Reiseverkehr in viele europäische Länder ab Mitte Juni wieder möglich.

Zu den Airlines, die ihren Flugbetrieb schrittweise aufnehmen, gehört die britische Fluglinie easyJet, die in Berlin ihren größten Standort außerhalb von Großbritannien hat und Marktführer in der Hauptstadtregion ist. Ende Juni gehe es wieder los, wie easyJet gestern mitteilte. Ryanair plant den Flugbetrieb ab 21. Juni aufzustocken und im Juli eine zweite Aufstockung vorzunehmen. Weitere Airlines haben angekündigt ihr Programm ab Berlin wieder zu beleben, unter anderem Turkish Airlines, Wizz Air, KLM, Air France und Qatar Airways. Lufthansa wird ihr bisheriges Angebot erweitern und mit ihren Töchtern Eurowings, Swiss und Austrian im Juli ab Berlin mehr Flüge anbieten.

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