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Patrick Zwerger

„Brauchen Nachfrage zurück“

American-Chef: Keine Pleitewelle in den USA

American Airlines-Chef Doug Parker sieht weder für seine noch für andere US-Airlines in der Corona-Krise akute Insolvenzgefahr: das Problem sei die Nachfrage, nicht die Liquidität, sagte Parker vor Investoren.

American Airlines verbrennt derzeit 70 Millionen US-Dollar – pro Tag. Ab Juni sollen es noch 50 Millionen sein. Ende des zweiten Quartals rechnet die US-Fluggesellschaft mit einer Liquidität von elf Milliarden US-Dollar. Darin enthalten seien auch staatliche Subventionen für Kurzarbeit sowie 4,75 Milliarden US-Dollar von der Regierung garantierte Kredite. "Das sollte reichen", so Parker am Dienstatg zu "Aviation Week".

Nur Bruchteil des Angebots

Aktuell fliegt American Airlines gerade einmal 20 Prozent ihres ursprünglich geplanten Flugplans, im April mit einer Auslastung von 15 Prozent. Rund um den Memorial Day habe die Auslastung aber bereits wieder bei 56 Prozent gelegen, dies sei viel besser als noch vor einigen Wochen, noch besser sehe der Juni aus, übt sich Parker in Optimismus.

Patrick Zwerger
Corona-Opfer: Die Boeing 767 verschwand im Frühjahr 2020 vorzeitig aus der American-Flotte.

Nachfrage ist entscheidend

Dennoch stehen auch bei American Airlines die Zeichen auf Rückbau und Verkleinerung. Unter anderem wird sich die Airline bis 2021 von ihren Boeing 757 trennen. Die letzten 767 haben bereits das Zeitliche gesegnet, während auf der Kurzstrecke die Bombardier CRJ-Flotte sowie die Embraer E190 abtreten müssen. Verbunden ist der Rückbau außerdem mit dem Abbau von Arbeitsplätzen. "Wir müssen unsere Kapazitäten dem Bedarf anpassen, hoffentlich durch natürliche Fluktuation, wir wollen niemanden verlieren, aber es bleibt eine Herausforderung," sagte der Airlinechef. "Niemand drängt uns aus dem Geschäft, es dreht sich alles um die Nachfrage, die brauchen wir jetzt zurück".

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