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431 (AD) Squadron Snowbird practice RCAF
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Nach tödlichem Absturz

Snowbirds stellen Corona-Flugshows vorerst ein

Die Snowbirds, das Kunstflugteam der kanadischen Luftwaffe, wollten der Bevölkerung mit Formations-Überflügen im ganzen Land Mut machen und sie im Kampf gegen die Corona-Pandemie moralisch unterstützen. Nun stürzte ein Snowbirds-Jet ab – und die Aktion liegt auf Eis.

Es geschah am 17. Mai: Um kurz vor 12 Uhr Mittags starteten zwei Canadair CT-114 Tutor der Snowbirds vom Flughafen Kamloops in British Columbia. Die Kunstflugstaffel der Royal Canadian Air Force war dort zu Gast, um im Rahmen der Oparation "Inspiration" die Pflege- und Rettungskräfte der Region zu ehren. Die Aktion hatte die Staffel bereits in mehrere kanadische Provinzen geführt – analog zur Initiative "America Strong" der Blue Angels und Thunderbirds in den USA. Doch kurz nach dem Start der beiden Jets in Kamloops, etwa 450 Kilometer nordöstlich von Vancouver, nahm die Operation "Inspiration" ein ebenso abruptes wie tragisches Ende: "Snowbird 11" brach plötzlich aus der Zweierformation aus, stieß erst steil in den Himmel, um direkt darauf massiv an Höhe zu verlieren. Das Flugzeug war außer Kontrolle, die beiden Insassen schossen sich mit dem Schleudersitz heraus. Der Pilot der Tutor, Captain Rich MacDougall, überlebte mit schweren Verletzungen. Für die mitfliegende Public Affairs-Offizierin Captain Jenn Casey kam dagegen jede Hilfe zu spät: Sie überlebte den Absturz nicht.

Ursachenforschung läuft – Team "am Boden zerstört"

Wie und warum es zu dem tragischen Unglück kam, ist noch nicht bekannt. Die Untersuchungen dauern an. Die Absturzstelle der Tutor, in einem Wohnviertel nahe des Flughafens, sei umgehend von den örtlichen Behörden gesichert worden, teilte Snowbirds-Kommandeur Mike French in einer persönlichen Stellungnahme mit. Flugunfallermittler des Transportation Board of Canada (TSB) und der Flugsicherheitsbeauftragte des Teams seien ebenfalls vor Ort. Mike French würdigte indessen die Verdienste seiner verstorbenen Kameradin und lobte sie als "unermüdliche und energiegeladene" Presseoffizierin. "Sie liebte absolut, was sie tat", so French. "Sie war einer der Hauptgründe, warum die Operation Inspiration von der Öffentlichkeit so gut aufgenommen wurde." Das gesamte Team sein durch ihren Tod am Boden zerstört. Dem überlebenden Piloten, der mit seinem Fallschirm auf dem Dach eines Hauses gelandet war, gehe es den Umständen entsprechend gut – zumindest körperlich. Er sei bei Bewusstsein, die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich.

Zweiter Crash binnen acht Monaten

Die Operation Inspiration wird derweil bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Snowbirds heben vorerst nicht mehr ab. "Die gesamte Staffel befindet sich in einer Betriebspause", erklärte Mike French. In den kommenden Tagen werde sich das Team neu gruppieren und zusammenkommen, um gemeinsam den Verlust der beliebten Kameradin zu verarbeiten. Gegebenenfalls kehre man zum Heimatstützpunkt Moose Jaw zurück, um die nächsten Schritte zu planen.

Für die Snowbirds ist der Unfall von Kamloops bereits der zweite Crash binnen acht Monaten. Erst im Oktober 2019 stürzte eine CT-114 Tutor des Teams kurz einer Vorführung über dem Atlanta Motor Speedway auf eine Wiese. "Snowbird 5", Captain Domon-Grenier, stieg mit dem Schleudersitz aus.