05.08.2016
Erschienen in: 05/ 2015 Klassiker der Luftfahrt

Feine SammlungZeppelin-Museum Zeppelinheim

Das Zeppelin-Museum Zeppelinheim verdankt seine Entstehung der privaten Initiative ehemaliger Luftschiffer, Freunden der Riesen der Lüfte und der Stadt Neu-Isenburg. Seit 1988 zeigt es in einem modernen Bau eine laufend ergänzte, sehenswerte Sammlung zur großen Zeit der Zeppeline.

Wer Frankfurt auf den Autobahnen A3 oder A5 passiert und ein Herz für alte Zeiten der Luftfahrt hat, sollte den Abstecher zur ehemaligen Luftschiffersiedlung Zeppelinheim, heute ein Stadtteil von Neu-Isenburg, nicht scheuen. Nur wenige Autominuten von den Autobahnen entfernt erwartet ihn dort ein kleines, aber feines Museum, das seine Besucher in die Zeit der Groß-Luftschiffe entführt.

Das Zeppelin-Museum liegt in Zeppelinheim an einem historischen Ort. Die Siedlung wurde von der Deutschen Zeppelin Reederei gegründet, um hier, unmittelbar neben dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main, Wohnstätten für das Bord- und Bodenpersonal zu schaffen. Ab 1936 starteten von diesem Platz aus Zeppeline zu Transatlantikflügen.

Schon 1977 formierten ehemalige Luftschiffer und Zeppelin-Freunde die damalige Zeppelin-Kameradschaft. Ihr Ziel war von Beginn an, in Zeppelinheim ein Museum zu etablieren, das an die hier einst beheimateten Riesen der Lüfte erinnern sollte. Die Mitglieder trugen nach und nach viele Exponate zusammen. So mancher hatte noch zu Hause Erinnerungsstücke gehortet. Das ein oder andere heutige Ausstellungsstück fand sich auch noch auf dem Gelände des ehemaligen Luftschiffhafens. Schon Ende der 70er Jahre eröffnete die Zeppelin-Kameradschaft einen ersten Ausstellungsraum.

Den Schritt zum richtigen Museum markierte 1988 die Eröffnung eines eigenständigen Anbaus an das Bürgerhaus Zeppelinheim. Das Zeppelin-Museum war geboren. Schon architektonisch weist der moderne Bau auf das hier präsentierte Thema hin. Die Kontur seines heruntergezogenen Daches entspricht dem Radius der Außenhaut des 1911 gebauten Luftschiffs LZ 10 „Schwaben“.

Im Jahr 2007 übernahm die Stadt Neu-Isenburg die alleinige Trägerschaft vom heutigen Verein für Zeppelin-Luftschiffahrt Zeppelinheim, der aus der einstigen „Zeppelin-Kameradschaft“ entstanden ist. Der Verein konzentriert sich seitdem auf den Ausbau und die Bewahrung der Ausstellung. Seine Mitglieder haben ehrenamtlich die Archivarbeit übernommen, stellen die Museumsaufsichten, machen Führungen und halten Vorträge zu Sonderausstellungen, die immer neue Themen aus der Luftschifffahrt beleuchten. So füllt der Verein das Museum, das seine Ausstellung auf zwei Etagen zeigt, mit immer wieder neuem Leben.

Das Museum in Zeppelinheim ist zwar weit kleiner, als das vielen bekanntere Zeppelin-Museum in Friedrichshafen, doch seine Ausstellung, zu der hochinteressante Artefakte und liebevoll detailliert gebaute Dioramen gehören, ist einen Besuch allemal wert.

Museumsinfo

kl 05-2015 Zeppelin Museum Zeppelinheim (13)

Die Architektur des Museumsbaus spiegelt das Thema Luftschiff wider. Die Ausstellung verteilt sich auf zwei Etagen. Foto und Copyright: Müller  

 

Zeppelin-Museum Zeppelinheim

Adresse: Zeppelin-Museum Zeppelinheim, Kapitän-Lehmann-Straße 2, 63263 Neu-Isenburg
Telefon: 069 694390 (während der Öffnungszeiten), sonst 06102 747-434 u. -416 (Kulturamt Neu-Isenburg)
Internet: www.zeppelin-museum-zeppelinheim.de, www.zeppelin-luftschiff-verein
Öffnungszeiten: freitags von 14 bis 17 Uhr, an Wochenend- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 2,00 Euro, ermäßigt 1,00 Euro
Gruppenführungen: auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten möglich, Voranmeldung über das Kulturamt (Kosten: 25 Euro für Gruppen bis 20 Pers.)
Fotomöglichkeiten: Fotografieren ist erlaubt.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 05/2015

Mehr zum Thema:
hm
Jetzt Fan werden! Newsletter abonnieren - Kostenlos direkt in Ihre Mailbox


Weitere interessante Inhalte
Fotodokumente Über die ALSIB zur Front

12.12.2017 - Im Zweiten Weltkrieg erhielt die Sowjetunion im Rahmen des Lend-Lease-Abkommens Tausende von Flugzeugen von den USA. … weiter

Bei den Marines erfolgreich Boeing Vertol CH-46 Sea Knight

12.12.2017 - Die CH-46 Sea Knight stand immer im Schatten der noch größeren CH-47 Chinook. Doch auch der kleinere Tandemrotor-Hubschrauber von Boeing Vertol war erfolgreich: bei den US Marines, der US Navy und als … weiter

Langstreckenbomber Boeing B-29

11.12.2017 - Der schwere, schnelle, viermotorige Langstreckenbomber Boeing B-29 ermöglichte den USA gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dank seiner enormen Reichweite und Zuladung Langstreckeneinsätze von … weiter

Technologie-Konzept Bells Luftkissen-Landegerät

11.12.2017 - Im Januar 1968 berichtete die FLUG REVUE über eine Entwicklung von Bell Aerosystems. Ein Luftkissen sollte Starts und Landungen unabhängig von der Beschaffenheit des Untergrunds ermöglichen, ganz … weiter

Truppentransporte, Shuttledienste und Rettungseinsätze Sikorsky S-58/H-34

11.12.2017 - Ihre eindrucksvollsten Missionen flogen Sikorsky H-34 der Heeresflieger bei der Sturmflut 1962 in Hamburg. Fast vergessen dagegen ist, dass die zivile Version der S-58 im Liniendienst der Sabena von … weiter


Klassiker der Luftfahrt 01/2018

Klassiker der Luftfahrt
01/2018
27.11.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Heinkel He 111 als Torpedobomber
- General Dynamics F-111
- Stuka Aichi D3A "VAL"
- Piaggio P.149D
- Gefechtsbericht F4U vs. MIG-15
- Aufbruch ins Jet-Zeitalter
- Serie: Erster Weltkrieg