16.12.2017
Erschienen in: 05/ 2015 Klassiker der Luftfahrt

Feine SammlungZeppelin-Museum Zeppelinheim

Das Zeppelin-Museum Zeppelinheim verdankt seine Entstehung der privaten Initiative ehemaliger Luftschiffer, Freunden der Riesen der Lüfte und der Stadt Neu-Isenburg. Seit 1988 zeigt es in einem modernen Bau eine laufend ergänzte, sehenswerte Sammlung zur großen Zeit der Zeppeline.

Wer Frankfurt auf den Autobahnen A3 oder A5 passiert und ein Herz für alte Zeiten der Luftfahrt hat, sollte den Abstecher zur ehemaligen Luftschiffersiedlung Zeppelinheim, heute ein Stadtteil von Neu-Isenburg, nicht scheuen. Nur wenige Autominuten von den Autobahnen entfernt erwartet ihn dort ein kleines, aber feines Museum, das seine Besucher in die Zeit der Groß-Luftschiffe entführt.

Das Zeppelin-Museum liegt in Zeppelinheim an einem historischen Ort. Die Siedlung wurde von der Deutschen Zeppelin Reederei gegründet, um hier, unmittelbar neben dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main, Wohnstätten für das Bord- und Bodenpersonal zu schaffen. Ab 1936 starteten von diesem Platz aus Zeppeline zu Transatlantikflügen.

Schon 1977 formierten ehemalige Luftschiffer und Zeppelin-Freunde die damalige Zeppelin-Kameradschaft. Ihr Ziel war von Beginn an, in Zeppelinheim ein Museum zu etablieren, das an die hier einst beheimateten Riesen der Lüfte erinnern sollte. Die Mitglieder trugen nach und nach viele Exponate zusammen. So mancher hatte noch zu Hause Erinnerungsstücke gehortet. Das ein oder andere heutige Ausstellungsstück fand sich auch noch auf dem Gelände des ehemaligen Luftschiffhafens. Schon Ende der 70er Jahre eröffnete die Zeppelin-Kameradschaft einen ersten Ausstellungsraum.

Den Schritt zum richtigen Museum markierte 1988 die Eröffnung eines eigenständigen Anbaus an das Bürgerhaus Zeppelinheim. Das Zeppelin-Museum war geboren. Schon architektonisch weist der moderne Bau auf das hier präsentierte Thema hin. Die Kontur seines heruntergezogenen Daches entspricht dem Radius der Außenhaut des 1911 gebauten Luftschiffs LZ 10 „Schwaben“.

Im Jahr 2007 übernahm die Stadt Neu-Isenburg die alleinige Trägerschaft vom heutigen Verein für Zeppelin-Luftschiffahrt Zeppelinheim, der aus der einstigen „Zeppelin-Kameradschaft“ entstanden ist. Der Verein konzentriert sich seitdem auf den Ausbau und die Bewahrung der Ausstellung. Seine Mitglieder haben ehrenamtlich die Archivarbeit übernommen, stellen die Museumsaufsichten, machen Führungen und halten Vorträge zu Sonderausstellungen, die immer neue Themen aus der Luftschifffahrt beleuchten. So füllt der Verein das Museum, das seine Ausstellung auf zwei Etagen zeigt, mit immer wieder neuem Leben.

Das Museum in Zeppelinheim ist zwar weit kleiner, als das vielen bekanntere Zeppelin-Museum in Friedrichshafen, doch seine Ausstellung, zu der hochinteressante Artefakte und liebevoll detailliert gebaute Dioramen gehören, ist einen Besuch allemal wert.

Museumsinfo

kl 05-2015 Zeppelin Museum Zeppelinheim (13)

Die Architektur des Museumsbaus spiegelt das Thema Luftschiff wider. Die Ausstellung verteilt sich auf zwei Etagen. Foto und Copyright: Müller  

 

Zeppelin-Museum Zeppelinheim

Adresse: Zeppelin-Museum Zeppelinheim, Kapitän-Lehmann-Straße 2, 63263 Neu-Isenburg
Telefon: 069 694390 (während der Öffnungszeiten), sonst 06102 747-434 u. -416 (Kulturamt Neu-Isenburg)
Internet: www.zeppelin-museum-zeppelinheim.de, www.zeppelin-luftschiff-verein
Öffnungszeiten: freitags von 14 bis 17 Uhr, an Wochenend- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 2,00 Euro, ermäßigt 1,00 Euro
Gruppenführungen: auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten möglich, Voranmeldung über das Kulturamt (Kosten: 25 Euro für Gruppen bis 20 Pers.)
Fotomöglichkeiten: Fotografieren ist erlaubt.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 05/2015



Weitere interessante Inhalte
Fotodokumente Die Anfänge der deutschen Heeresflieger

23.02.2018 - Die Aufgabenschwerpunkte der Heeresflieger wechselten im Lauf ihrer Geschichte. Zu Beginn standen Aufklärung und Verbindung im Vordergrund. Dementsprechend wurden zunächst Leichthubschrauber und ein … weiter

Europas größtes Luftfahrtmuseum Musée de l'Air et de l'Espace

23.02.2018 - Das Musée de l’Air et de l’Espace in Paris ist eine Ikone in der Museumslandschaft. Kein anderes europäisches Museum bietet einen so umfangreichen Blick auf die Entwicklung der Luft- und Raumfahrt. … weiter

Vor 73 Jahren Sea Vampire als erstes Strahlflugzeug auf einem Flugzeugträger gelandet

23.02.2018 - Am 3. Dezember 1945 setzte Navy Testpilot Eric Brown zur ersten Landung eines Strahlflugzeugs auf einem Trägerdeck an. Extra dafür wurde die Vampire mit um 40 Prozent vergrößerten Landeklappen und … weiter

Tierische Begleiter Fliegende Maskottchen

22.02.2018 - Während des Zweiten Weltkriegs hielten sich fliegende Besatzungen viele unterschiedliche Haustiere auf ihren Basen. Sei es nun ein Raubtierjunges bei Jagdgeschwadern der Luftwaffe, Hunde bei der RAF … weiter

Der Bomber, der ein Jäger war Die Do 335 war Deutschlands schnellster Propellerjäger

22.02.2018 - Die Dornier Do 335 war eines der außergewöhnlichsten Flugzeuge des Zweiten Weltkriegs. Sie bot über­ragende Flug­leistungen, kam allerdings nicht mehr zum Einsatz. Nach dem Krieg wurden die erbeuteten … weiter


Klassiker der Luftfahrt 02/2018

Klassiker der Luftfahrt
02/2018
08.01.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Amerika-Bomber Me 264
- Selbstopferangriffe: Yokosuka MXY-7
- Lockheed Vega
- Grumman Albatross
- Starfighter fliegt in Norwegen
- Reno Air Race
- Gefechtsbericht Hawker Fury