06.09.2013
Klassiker der Luftfahrt

Tiger PT3 im Hubschraubermuseum BückeburgGoldenEye geht in Ruhestand

Als geheime Waffenplattform GoldenEye hat er im gleichnamigen James-Bond-Film weltweit für Furore gesorgt. Nun ist der Prototyp PT3 des Eurocopter Kampfhubschraubers Tiger auf seiner endgültigen Parkposition angekommen: Im Hubschraubermuseum in Bückeburg.

Mit 20 Jahren schon in den Ruhestand zu gehen. Das kann sich nur jemand erlauben, der entweder genug Geld auf der Kante hat,  oder wie im Fall des Tiger, ziemlich berühmt ist. Und das ist der Tiger PT3 auf jeden Fall. Pierce Brosnan alias James Bond war es 1995 vergönnt, die gestohlene Waffenplattform GoldenEye aus den Fängen russischer Extremisten zurückzuerobern für die westliche Welt.

Nicht ganz so gefährlich verlief der Transport des Tiger von Faßberg nach Bückeburg. Dennoch war er spannend und lockte viele Schaulustige nach Bückeburg. Die letzte Reise des Tiger begann am 28. August. Der Transport wude im Rahmen einer Truppenerprobung vom Bereich Weiterentwicklung der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg durchgeführt.

Die Soldaten hatten den Tiger in Faßberg reisefertig gemacht und auf einen Flachwagen der Bahn verladen. Weil der Helikopter trotz des Flachwagens immer noch zu hoch war, musste das Fahrwerk am Rumpf abgesenkt werden. Im Bahnhof von Minden/Westfalen verbrachte der Tiger eine Nacht in einem gesicherten Bereich, bevor er am Morgen des 29. August um 5.55 Uhr über Stadthagen nach Obernkirchen gelangte. Der Bahnhof Obernkirchen liegt nahe Bückeburg. Er war ausgewählt worden, weil ein Verladen mit dem Autokran am Bahnhof Bückeburg nicht möglich gewesen wäre. Viele Zuschauer, Mitarbeiter des Hubschraubermuseums und Soldaten der Heeresfliegerwaffenschule erwarteten die kostbare Fracht. Per Kran wurde der Tiger vom Zug gehoben und der weitere Transport erfolgte nun, mit Hilfe eines speziell angefertigten Fahrgestänges, gezogen von einem Unimog, über eine acht Kilometer lange Strecke durch die Straßen Bückeburgs. Problemlos passierten Tiger und Helfer Ampelkreuzungen und Kreisverkehre. Nach zweieinhalb Stunden erfolgte der allerletzte "Flug" des Tiger, als er vor dem Museum zum letzten Mal vom Autokran angehoben wurde, um dann behutsam von vielen fachkundigen Helfern in seine endgültige Parkpostion im Museum manövriert zu werden. Nachdem alle Teile, inklusive Rotorkopf und Blätter wieder montiert waren, wurde auch das Eingangstor wieder verschlossen.

Wer den Tiger sehen will, muss sich nun ins Innere des Museums begeben. Der Besuch lohnt sich aber garantiert, auch wegen der anderen schönen Exponate. Das Hubschraubermuseum Bückeburg ist täglich geöffnet (im Sommer von 9 bis 18 Uhr,  im Winter von 10 bis 17 Uhr). Nur an Heiliabend, am 1. Weihnachstag, an Sylvester und Neujahr machen auch die ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter Pause.   

Zur Geschichte: Der Tiger-Prototyp 3 ist einer von sieben Prototypen, die zwischen 1991 und 1999 bei Eurocopter, dem weltweiten führenden Helikopterhersteller, gebaut wurde. Sein Erstflug (mit der Kennung F-ZWWT) fand am 19. November 1993 statt. Nach seinem aufsehenderregenden Filmdebüt wurde er ab 1997 zum Unterstützungshubschrauber (UHT) für die Bundeswehr umgebaut und erhielt die Bezeichung PT3R. Ab 1999 wurde der mit komplexer Avionik, Autopilot und Navigationssystem ausgestattete Helikopter Schlechtwettertests unterzogen. Tests in der Wüste folgten in Abu Dhabi. Nach der Flugerprpbung diente PT3R für die Ausbildung von Technikern an der Technischen Schule der Luftfwaffe 3 in Faßberg.

rst/ro
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