24.10.2014
Klassiker der Luftfahrt

Sonderausstellung im Zeppelin Museum Friedrichshafen90 Jahre Atlantikfahrt von LZ 126

Vom 14. November 2014 bis zum 11. Januar 2015 zeigt das Zeppelin Museum Friedrichshafen die Sonderausstellung „Goodbye Zeppelin! 90 Jahre Atlantikfahrt von LZ 126“. Das Luftschiff war Teil von Reparationsforderungen der USA nach dem Ersten Weltkrieg.

LZ 126 in Friedrichshafen

Im August 1924 war das Zeppelin-Luftschiff LZ 126 fertiggestellt. Zwei Monate später erfolgte die Überfahrt in die USA. Foto und Copyright: Zeppelin Museum Friedrichshafen  

 

Horrende Kriegsentschädigungen, Inflation, Versailler Vertrag, Gebietsverluste, Streiks, Aufstände, Ruhrgebietsbesetzung und Arbeitslosigkeit beherrschten das Alltagsleben der Deutschen Anfang der 1920er Jahre. Vor diesem Hintergrund beschloss die US Navy im Herbst 1921, einen deutschen Zeppelin zu beschaffen, der im Oktober 1924 auf dem Luftweg über den Atlantik von Deutschland in die USA überführt wurde. Damals ein weltweit beachtetes Ereignis.

Abfahrt von LZ 126 in die USA

Bei nicht gerade idealem Wetter startete LZ 126 zu der zweiten Atlantiküberquerung eines Luftschiffs. Foto und Copyright: Zeppelin Museum Friedrichshafen  

 

In der Ausstellung erzählt ein Film mit Originalaufnahmen über LZ 126, berichtet über den Bau, die Fahrt und die umjubelte Ankunft über New York. Er schildert die Spannung vor und während der Atlantiküberquerung und präsentiert die Bedeutung des Luftschiffs in der damaligen Zeit. Zusätzlich zeigen Grafiken, Zeitungen, Inflationsgeld, Luftpost und persönliche Andenken, dass für die Zeitgenossen der Bau und die Überfahrt des Luftschiffes hochemotionale Ereignisse waren. All diese Exponate vermitteln die schwierigen politischen Umstände, unter denen das Schiff gebaut wurde. Sie verdeutlichen, warum das Luftschiff LZ 126 in der Rückschau das Ende der Krisenzeit und den Beginn der "Goldenen Zwanziger" symbolisiert.

Amerikanische Kommission überwachte den Bau

LZ 126 über dem Atlantik

Die Fahrt von LZ 126 über den Atlantik war ein weltweit beachtetes Ereignis. Foto und Copyright: Zeppelin Museum Friedrichshafen  

 

Der Zeppelin sollte Teil der Kriegsentschädigungen des Deutschen Reiches an die USA im Wert von drei Millionen Goldmark sein. Am 23. Juni 1922 wurde der Kaufvertrag zwischen der US Navy und der Luftschiffbau Zeppelin GmbH unterzeichnet. Der Bau sollte von einer amerikanischen Kommission vor Ort überwacht und LZ 126 von einer deutschen Besatzung in die USA überführt werden. In Deutschland war der Bau ein großes Politikum, da er zum Teil als Ausverkauf deutscher Hochtechnologie an einen ehemaligen Kriegsgegner heftig kritisiert wurde. 

Ankunft von LZ 126 über New York

Nach über 8000 Kilometer langer Fahrt erreichte LZ 126 am 15. Oktober 1924 New York. Foto und Copyright: Zeppelin Museum Friedrichshafen  

 

Am 7. November 1922 wurde mit dem Bau von LZ 126 begonnen, im August 1924 war das Luftschiff fertiggestellt. Nach sechs Testfahrten erfolgte vom 12. bis 15. Oktober die spektakuläre Atlantiküberquerung in 81 Stunden und 17 Minuten. Dies war die zweite Überquerung des Atlantiks mit einem Luftschiff. LZ 126 legte dabei 8050 km zurück. In regelmäßigen Abständen gab die Zeppelin-Besatzung ihren Standort per Funk durch und schilderte jeweils ihre aktuelle Situation. Die Medien berichteten weltweit. Die Überquerung des Zeppelins wurde so zu einem großen medialen Event.




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