06.10.2014
Klassiker der Luftfahrt

Lange Nacht der Museen in MünchenMTU-Museum öffnet seine Tore

Zur „Langen Nacht der Museen“ in München am 18. Oktober präsentiert das MTU-Museum mehr als 100 Jahre Luftfahrtgeschichte. Im Vordergrund stehen die Triebwerke aus der Historie von MTU Aero Engines. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 80jähriges Bestehen.

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Im Museum der MTU Aero Engines in München ist unter anderem ein Flugmotor BMW 801 zu sehen, der die Focke-Wulf Fw 190 antrieb. Foto und Copyright: MTU Aero Engines  

 

Das Firmenmuseum von MTU Aero Engines am Hauptsitz in Müchnen wird am Samstag, den 18. Oktober, von 19 bis 2 Uhr geöffnet. Auf 850 Quadratmetern sind 30 Exponate zu sehen, die einen Überblick über die Geschichte der motorisierten Luftfahrt geben. Zu sehen sind restaurierte, historische Flugmotoren, darunter weltweite Unikate, heutige Antriebe sowie Komponenten und Technologien der Zukunft.

Der Anfang des Unternehmens ist eng mit einem anderen Münchner Traditionsunternehmen verbunden: 1934 wird der Vorgänger der MTU, die BMW Flugmotorenbau GmbH, gegründet. 1936 zieht das Unternehmen an den Standort nach München-Allach, der bis heute der Firmensitz ist. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kommt auch der Flugmotorenbau in Deutschland zum Erliegen. Bis Mitte der 50er-Jahre bleibt das Allacher Werk in der Hand der US-Armee. Im Jahr 1957 entsteht schließlich die BMW Triebwerkbau GmbH; sie steigt 1959 als Lizenznehmer in die Produktion ein und baut das J79-11A von General Electric, den Antrieb des Lockheed F104 Starfighter.

1960 übernimmt die MAN 50 Prozent der BMW Triebwerkbau GmbH und fünf Jahre später alle Anteile; BMW zieht sich komplett aus der Luftfahrt zurück. Der Triebwerksbauer wird mit der MAN Turbomotoren GmbH verschmolzen und in MAN Turbo GmbH umbenannt. Die neue Gesellschaft erhält Aufträge zur Lizenzfertigung des Rolls-Royce-Triebwerks Tyne, das das Seeaufklärungs- und U-Boot-Bekämpfungsflugzeug Breguet Atlantic sowie das Transportflugzeug C-160 Transall antreibt.

1968 wird auf Wunsch des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg), das an einer Konzentration der deutschen Luftfahrtindustrie interessiert ist, ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet - die Entwicklungsgesellschaft für Turbomotoren GmbH in München. Gesellschafter werden mit je 50 Prozent die MAN Turbo und die Daimler-Benz AG. Damit ist der Grundstein für die Kooperation bei Flugantrieben gelegt. Eine der ersten Aktivitäten ist die Entwicklung des Triebwerkes RB199-34R für das europäische Mehrzweckkampfflugzeug Panavia Tornado. 1969 wird die Motoren- und Turbinen-Union München GmbH, kurz: MTU München, gegründet. Grundlage ist ein Vertrag zwischen der Daimler-Benz AG und der MAN AG, der die Zusammenlegung der Aktivitäten beider Unternehmen in den Bereichen Luftfahrtantriebe und schnelllaufende Dieselmotoren regelt; neben der MTU München (Flugmotoren) entsteht die MTU Friedrichshafen (Dieselmotoren).

In den 70er-Jahren gewinnt die Entwicklung ziviler Antriebe immer mehr an Bedeutung. Die MTU steigt 1971 ins zivile Geschäft ein und schließt mit General Electric einen Kooperationsvertrag über die Fertigung des Airbus A300-Antriebs CF6-50 ab. 1979 führt die steigende Nachfrage nach ziviler Instandhaltung zur Gründung der MTU Maintenance Hannover in Langenhagen. Damit schafft die MTU einen eigenen Unternehmensbereich - neben der Produktion und der militärischen Instandhaltung in München. Seitdem wurde das Portfolio bis hin zu den aktuellen Getriebefans konstant ausgebaut. Viele Triebwerke aus der 80jährigen Geschichte lassen sich im gut gestalteten Museum begutachten.

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Patrick Hoeveler


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