18.12.2017
Erschienen in: 04/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Marine-Corps-SammlungFlying Leatherneck Aviation Museum

Als einzige Sammlung in den USA hat sich das Flying Leatherneck Aviation Museum in Miramar bei San Diego auf die Fliegerei beim US Marine Corps konzentriert.

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Flugzeuge und Hubschrauber haben von jeher beim US Marine Corps (USMC) eine wichtige Rolle gespielt. Genau daran will das Flying Leatherneck Aviation Museum erinnern. Mit „Leathernecks“ (Ledernacken) werden die Soldaten der US-Marines bezeichnet. Die Ausstellung am Fliegerhorst in Miramar bei San Diego ist die einzige Sammlung, die sich ausschließlich auf die Luftfahrt bei den Marines konzentriert, anders als das 2006 eröffnete Hauptmuseum des USMC in Quantico, Virginia. Daher finden sich in Kalifornien knapp 40 teils seltene Maschinen, von denen derzeit rund 25 öffentlich zugänglich sind. Den Grundstock bilden die ab Ende der 80er Jahre auf der Marine Corps Air Station (MCAS) El Toro zusammengezogenen Exponate. Als die Basis 1999 geschlossen wurde, zog die Ausstellung gemeinsam mit den aktiven Einheiten nach Miramar um. Im selben Jahr wurde die Flying Leatherneck Historical Foundation gegründet, deren Hauptaufgabe in der Unterhaltung des Museums liegt. Da die Ausstellung auf dem Gelände des Fliegerhorstes liegt, war der Zutritt anfangs etwas erschwert. Seit 2006 besitzt das Museum jedoch einen eigenen direkten Eingang ohne Kontrollen.

Noch sind alle Flugzeuge und Hubschrauber im Freien abgestellt, doch die Stiftung plant den Bau eines neuen Gebäudes. Der Termin für den Baubeginn hängt dabei von der Finanzlage ab. Auf 8360 Quadratmeter Fläche sollen neben 21 Fluggeräten zahlreiche weitere Ausstellungen sowie eine Bibliothek Platz finden. Dann könnten auch die seltenen und wertvollen Exponate des Museums Schutz vor den Witterungseinflüssen finden. Eines davon ist die Vought F4U-5N Corsair. Sie wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg, nämlich am 8. November 1948, ausgeliefert und laut Museumsangaben im Jahr 1953 mit insgesamt 1392 Flugstunden auf dem Konto außer Dienst gestellt. Heute trägt sie die Markierungen der Marine Night Fighting Squadron VMF(N)-513 während des Koreakriegs. Die in der Nähe abgestellte Grumman Avenger kam sogar nur auf 792 Flugstunden und flog bei verschiedenen Ausbildungseinheiten der US Navy.

Die North American B-25 diente mit der Bezeichnung PBJ bei sieben Einheiten des Marine Corps. Das in Miramar ausgestellte Exemplar war allerdings nie beim USMC in Dienst. Nach dem Einsatz bei den kanadischen Streitkräften hatte die B-25J mehrere private und kommerzielle Eigentümer, bis sie schließlich in den 70er Jahren in die Obhut des damaligen Marine-Corps-Museums in Quantico (später in USMC Air/Ground Museum umbenannt und 2002 geschlossen) und schließlich über El Toro nach Miramar kam.

Relativ selten in Museen zu sehen ist die McDonnell F2H Banshee, obwohl insgesamt 894 Exemplare dieses frühen Jetjägers gebaut wurden. Nur knapp zehn Banshees haben bis heute überlebt. Bei den Marines flog das Muster bei den Staffeln VMF-114, 122, 214 und 533 sowie bei den Reserve-Einheiten in El Toro und Oakland. Die Aufklärervariante diente bei den Squadrons VMJ-1 und -2 sowie der Headquarters Squadron-2 (HEDRON-2).


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