19.09.2018
Klassiker der Luftfahrt

Deutsches Technikmuseum Berlin40 Jahre Deutsche im Weltall

Vor 40 Jahren startete Sigmund Jähn als erster deutscher Raumfahrer ins Weltall. Anlässlich des 40. Jahrestages seines Fluges zeigt das Deutsche Technikmuseum in Berlin vom 20. September bis 30. Dezember 2018 die Sonderausstellung „40 Jahre Deutsche im Weltall.

40 Jahre Deutschle im Weltall_DTMB

Modell der Saljut 6:Die sowjetische Raumstation Saljut 6 befand sich zwischen 1977 und 1982 im Erdorbit. Foto und Copyright: © SDTB / Foto: Uwe Steinert  

 

Zwei Staaten, elf Raumfahrer, einhundert Objekte“. Die Jubiläums-Schau wirft einen Blick zurück auf deutsche Raumfahrtgeschichte, auf politische Propaganda, wissenschaftliche Meilensteine und überraschende Anekdoten.

Die Ausstellung stellt auf einer Fläche von rund 150 Quadratmetern die Biografien der elf deutschen Raumfahrer vor, die bisher im Weltraum waren. Am 26. August 1978 startete DDR-Bürger Sigmund Jähn vom Weltraumbahnhof Baikonur, Kasachstan, ins Weltall. Damals gelangte erstmals ein Bürger des geteilten Deutschlands an Bord des sowjetischen Raumschiffes Sojus 31 ins All. Vierzig Jahre später, am 6. Juni 2018 brach Alexander Gerst vom selben Ort zur Internationalen Raumstation (ISS) für die aktuell laufende Mission „Horizons“ auf.

Die Sonderausstellung erzählt die Geschichte der deutschen Raumfahrt von den ersten Flügen zur Zeit des Kalten Krieges in sowjetischen und amerikanischen Raumschiffen über die beginnende Zusammenarbeit zwischen Ost und West auf der russischen Raumstation MIR bis hin zum Bau und Betrieb der ISS. Die Geschichte der Deutschen im Weltraum macht auch deutlich, wie aus Gegnern im Kalten Krieg Partner im All wurden.

Alexander Gerst erster Außeneinsatz

Alexander Gerst arbeitet während seines ersten Außenbordeinsatzes am 7. Oktober 2014 an der Außenhülle der ISS. Foto und Copyright: DLR / ESA  

 

Rund einhundert Objekte lassen die Geschichte der bemannten deutschen Raumfahrt von den späten 1970er Jahren bis in die Gegenwart lebendig werden. Zu sehen sind neben Kleidungsstücken, Experimenten und Werkzeugen auch Weltraumnahrung sowie Modelle und Andenken. Zu den Highlights der Ausstellung zählen der originale Overall des deutschen Astronauten Reinhard Furrer sowie der in Westberlin entwickelte und von ihm benutzte Messhelm zur Erforschung des Gleichgewichtssinnes. Darüber hinaus wird auch der Startschlüssel für die Sojus-Rakete, mit der 1997 Reinhold Ewald zur russischen Raumstation MIR flog, zu sehen sein.

Nicht zuletzt werden ein Stück der Berliner Mauer, das mit einem amerikanischem Space Shuttle im All war, sowie ein Originalteil jener Rakete, mit der Alexander Gerst am 6. Juni dieses Jahres zur ISS aufgebrochen ist, ausgestellt.

Die Ausstellung zeigt nicht nur Geschichte, sondern auch Geschichten. Sie erklärt, warum Raumfahrer ihr Wasser im All nicht teilen, ihre Schuhe nicht in den Weltraum fliegen dürfen und weshalb Alexander Gerst nach seinem ersten Raumflug 2014 vom ADAC nach Hause geflogen wurde.

 

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