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wallycacsabre - mig1 (CC BY-SA 2.0)

Corsair gegen MiG-15

Kampf zweier Jäger-Generationen

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Luftkämpfe zwischen Propellerflugzeugen und Jets gab es selten – und kam es doch dazu, war es ein ziemlich ungleiches Aufeinandertreffen. 1952 ereignete sich über Korea eine solche Begegnung zwischen F4U Corsair und MiG-15.

Piloten der Royal Navy und der US-Streitkräfte sahen sich im Herbst 1952 mit einer neuen Generation von Jägern konfrontiert. Die nord-koreanische Luftwaffe hatte neue MiG-15 aus der Sowjetunion erhalten und war den Sea Furys und Corsairs zumindest in Bezug auf die Geschwindigkeit überlegen. Die USA und Großbritannien mussten reagieren. Unmittelbar wurden Briefings anberaumt, um die Piloten auf die schnelleren und besser steigenden MiG vorzubereiten. Einer dieser Piloten war Captain Jesse G. Folmar von der VMFA-312. Ihm und auch seinen Kameraden in ihren F4U Corsairs des US Marine Corps war klar, dass die neuen Jets eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellten.

Auf dem Weg ins Zielgebiet

Am 10. September 1952, drei Wochen nach einem dieser Briefings, wurde es für Folmar und seinen Flügelmann, Lt. Willie L. Daniels, ernst. Sie waren nach dem Start von der USS "Sicily" auf dem Weg ins Zielgebiet für einen Bodenangriff, als sie auf sieben der neuen gegnerischen Jäger trafen. Zum Abhauen war keine Zeit mehr, denn die MiGs hatten die beiden Propellermaschinen bereits entdeckt. Folmar entdeckte sie erst, als er eine Kurve flog, und rief sofort: "Tally-ho, bandits!"

Luftkampf

Beide Maschinen warfen ihre Außenlasten ab, um besser kurven zu können. Den Gashebel schoben sie bis zum Anschlag nach vorn auf Kampfleistung, und über die Sicherheitsfrequenz wurde Hilfe angefordert. Unmittelbar danach drehte Folmar auf die MiGs ein. Er gab Daniels den Befehl, dicht neben ihm zu bleiben. Hinter ihm schoss einer der Gegner von oben herab. Folmar drehte auf ihn zu und eröffnete das Feuer – auf direktem Kollisionskurs.

Die Vought F4U Corsair gehörte zu den stärksten und schnellsten Kolbenjägern, die jemals flogen.

MiG schnell außer Reichweite

Die MiG brach nach links weg und war ebenso schnell, wie sie gekommen war, schon wieder außer Reichweite. Die Feuerstöße der Corsair blieben wirkungslos. Daniels hielt sich immer in der Nähe seines Leaders und bekam bei der wilden Kurbelei auch eine MiG vor die Kanonen, jedoch ohne Erfolg. Folmar sah bereits die nächsten zwei Gegner in der Ferne auf sie einschwenken und aus der Acht-Uhr-Position näherkommen. Er probierte, sich in Schussposition zu bringen, bevor es die Gegner taten, doch sie waren wieder zu schnell vorbei. Eine der beiden flog genau zwischen den Marines hindurch, Folmar rollte rechtsherum und fand die MiG vor sich in einem leichten Steigflug. Jetzt war er in einer guten Position, der Gegner wurde immer größer in seiner Zielvorrichtung – und Folmar drückte ab. Die MiG kassierte einige Treffer und tauchte nach unten weg, doch die Maschinenkanonen der F4U feuerten weiter.

Ausstieg des Piloten

Die Treffer saßen. Der Jäger begann zu qualmen, und der Pilot stieg aus. Seine Maschine stürzte aus 7000 Fuß (2150 m) in die Tiefe und zerschellte auf der Wasseroberfläche. Der Abschuss war der letzte Sieg einer Propellermaschine über einen Jet im Koreakrieg. Luftkampf-Analysten schrieben Folmar den Erfolg aufgrund seiner Erfahrung, seiner guten Augen, seiner Intelligenz und der Unerfahrenheit der koreanischen Piloten auf dem neuen Muster zu.

Von der MiG-15 existieren heute noch einige Exemplare, etwa dieser zivil zugelassene tschechische Doppelsitzer.

Selbst Opfer eines MiG-Angriffs

Allerdings erging es ihm im weiteren Verlauf des Kampfes nicht besser, denn er selbst wurde Opfer eines MiG-Angriffs. Er musste aussteigen und landete mit dem Fallschirm im Wasser. Nach acht Minuten wurde er von einer Grumman Albatross der Air Force gerettet. Für den Einsatz wurden ihm das "Distinguished Flying Cross" und später noch das "Purple Heart" verliehen. Folmar starb am 30. Juli 2004 mit 84 Jahren. Er wurde posthum in die Aviation Hall of Fame von Alabama aufgenommen.

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