16.08.2018
Klassiker der Luftfahrt

Wings of Victory FundWeitere IL-2 in Russland geborgen

Zwischen dem 8. und 10. August 2018 hat der Wings of Victory Fund eine seltene einsitzige Version der Iljuschin IL-2 Shturmovik vom Grund eines Sees in der Nähe von Murmansk geborgen. Das Schlachtflugzeug, welches am 22. August 1943 abgeschossen wurde, wird nun flugfähig restauriert.

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Geschafft: Die IL-2 ist wieder an der Wasseroberfläche. Foto und Copyright: via Boris Osetinykiy  

 

In der Zeit vom 8. bis 10. August 2018 hat der Wings of Victory Fund einen einsitzigen Shturmovik IL-2 vom Grund eines Sees in der Region Murmansk geborgen. Die Arbeit wurde in Übereinstimmung mit dem Beschluss der Kommission des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation über die Erforschung und Bewahrung der militärtechnischen Geschichte und der Befestigungen vom 13.04.2018, durchgeführt. Genehmigt vom Staatssekretär und dem stellvertretenden Verteidigungsminister der Russischen Föderation durchgeführt Föderation NA Pankov. 

Nach der Bergung wird das Flugzeug für die anschließende flugfähige Restaurierung nach Novosibirsk gebracht. Es handelt sich bei dem geborgenen Muster um die frühe einsitzige Version der IL-2. Sie wird nach der Fertigstellung die einzige flugfähige Maschine dieser Version sein, zwei weitere Doppelsitzer fliegen in den USA und Russland. Die Shturmovik wurde von einem der effizientesten und erfolgreichsten Piloten geflogen - dem Kommandeur der 3. Staffel von 46 SHAP SF Kapitän А.I. Kalichev, von dem viele Bücher und Studien erwähnt werden.

Auftritte auf der ganzen Welt

Nach der Restaurierung wird das Flugzeug an Airshows auf der ganzen Welt teilnehmen.  In Russland fliegen die Flugzeuge des Wings of Victory Fund bei Airshows wie der MAKS, an den Victory Days, an den Tagen der Erinnerung und Trauer, an den Feierlichkeiten der Luftwaffenjubiläen, an Stadtfestivals, an Paraden und an anderen denkwürdigen Terminen.  In diesem Jahr flog war die andere Shturmovik IL-2 in Deutschland, um an der ILA Berlin 2018 Airshow teilzunehmen.  Einladungen aus anderen Ländern liegen den Betreibern bereits vor.  Ein Projekt zur Schaffung eines Zentrums für die Ausstellung von historischen Flugzeugen ist bereits in Arbeit. Einer der möglichen Standorte ist der Flugplatz Kubinka im Rahmen einer geplanten Ausstellung des Patriot Parks.

Die neue IL-2

Bei der Maschine die jetzt geborgen wurde handelt es sich um die 1870930, die auf die Anforduner vom 23. November 1940 zurückgeht. Damals wurde ein gemeinsamer Befehl der NCAP und der Luftwaffe Nr. 657/0293 erlassen, wonach SV Iljuschin zwei MP-6-Geschütze auf der von ihm entworfenen Shturmovik BSh-2 entwickeln und installieren sollte.  Innerhalb von nur 2 Monaten.  Dies wurde nur auf Kosten des Aufgebens des hinteren Richtschützen und des Reduzierens eines Teils der gepanzerten Cockpits erreicht.  Im Dezember 1940 wurde eine Entscheidung getroffen (A. I. Shakhurins Verfügung Nr. 739 vom 14.12.1940), die Serienproduktion eines Einsitzers Il-2 zu starten.  Voronezh Aircraft Factory Nr. 18 (jetzt VASO) wurde als "Werk eins" definiert.  Im Laufe von Luftkampfeinsätzen wurde schnell klar, dass das einsitzige Flugzeug ein hervorragendes Ziel für deutsche Jäger war.  In den ersten Kriegsmonaten, als die deutsche Luftwaffe vollständig in der Luft dominierte, erlitten die sowjetischen ILs schwere Verluste.  Das Geschwader der sowjetischen Shturmoviks hatte auf einer Mission keine volle Deckung.  Das gepanzerte Flugzeug erwies sich bei einem Angriff von hinten als völlig hilflos.  Nachdem das Volkskommissariat für Verteidigung das Ausmaß der"IL-2" - Verluste an der Front beurteilt hatte, beschloss es, zur zweisitzigen Version der Maschine zurückzukehren.  Im September 1942 begannen sowjetische Fabriken mit der Produktion von Zweisitzern, die als IL 2M bezeichnet wurden.  Der nun gefundene Einsitzer Il-2 wurde am 22.08.1943 beim Angriff auf den Flugplatz Luostari in der Region Murmansk abgeschossen.  Nach dem Angriff gelang es dem Piloten I.A.Kalitschev, das beschädigte Flugzeug auf dem See zu landen und dann zu seiner Basis zu gelangen.  Das Flugzeug sank und blieb in einer Tiefe von 18 m.  



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