18.12.2015
Klassiker der Luftfahrt

Bell P-63F KingcobraWarbird-Rarität bald wieder am Himmel

Die Arbeiten an der einzigen flugfähigen Bell P-63F Kingcobra stehen kurz vor dem Abschluss. In Montgomery/Texas hat das Team aus Freiwilligen vor Kurzem den Motor in den Rumpf eingesetzt.

P-63F Kingcobra

Der Allison Motor ist bereits wieder eingebaut. Foto und Copyright: P-63 Sponsorgroup via Craig Hutain  

 

Im Frühjahr 2015 war die P-63F Sponsorengruppe durch Mark Allen und Craig Hutain gegründet worden - beides „Colonels“ der Commemorative Air Force. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, den legendären Jäger in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres wieder in die Luft zu bringen.

Die Kingcobra hat eine bewegte Geschichte. Geflogen von Testpilot Chalmers „Slick“ Goodling -  er flog später auch die Bell X-1 - wurde sie am 13. September 1945 an die US-Armee übergeben. Für den scharfen Einsatz kam sie jedoch zu spät und wurde Anfang 1946 mit lediglich 24 Stunden Flugzeit aus dem Inventar gestrichen und an einen zivilen Käufer abgegeben.

P-63F Kingcobra_2

Die Arbeiten an der Kingcobra sollen 2016 abgeschlossen werden. Foto und Copyright: P-63 Sponsorgroup via Craig Hutain  

 

H. L. Pemperton setzte die Kingcobra fortan bei Luftrennen in den USA ein. Die P-39 und auch die P-63 waren perfekt für die Nutzung bei den Rennen, da sie günstig zu bekommen und leicht zu modifizieren waren. Gute Exemplare gab es für schlappe 1000 US-Dollar und neue Allison-Motoren bekam man in den späten 1940er Jahren für 75 US-Dollar.

In den folgenden Jahren wechselte die P-63F mehrfach den Besitzer und wurde weiter modifiziert. Die Flächen wurden für die Thompson Trophy um 3,96 Meter gekürzt. Damit sah sie nicht nur extrem schnell aus, sondern flog sich auch so. Die Landegeschwindigkeit erhöhte sich auf 209 km/h. 

Mitte der 1970er Jahre endete die Rennkarriere, und die P-63F wurde der CAF geschenkt. Sie wurde wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückgebaut und flog bis 2014 auf vielen Airshows in den Vereinigten Staaten. Heute ist sie einer der wohl rarsten Warbirds in der gesamten Szene. Mit weniger als 900 Stunden in der Luft sind die Chancen gut, dass sie noch lange in ihrem Element zu bewundern sein wird.

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