27.04.2017
Klassiker der Luftfahrt

Luftschiff LZ 129Die letzte Station der Hindenburg

Vor 80 Jahren, am 3. Mai 1937, war die "Hindenburg" über ihrer letzten Station vor dem schicksalhaften Flug in die USA. Über dem Kölner Flughafen Butzweilerhof war sie am späten Abend Postsäcke ab. Drei Tage später explodierte das Riesenluftschiff in Lakehurst.

Luftschiff Hindenburg über Köln

Am späten Abend des 3. Mai 1937 stand das Luftschiff LZ 129 „Hindenburg“ über dem Flughafen Köln Butzweilerhof um Postsäcke abzuwerfen. Foto und Copyright: Archiv Werner Müller  

 

Am Abend des 3.Mai 1937 konnte der Kölner Ernst Schröder von seinem Zimmer in der Nibelungensiedlung in Mauenheim sehen, wie die „Hindenburg“ in ca. 1200 ft = ca. 400 Meter über dem Butzweilerhof stand. Die „Hindenburg“ kam aus Frankfurt und hatte massive Verspätung. Die Ankunft des Giganten in Köln wurde in Zeitungen und per Radio angekündigt. Das Schiff landete nicht, wie z.B. sein Schwesterschiff „Graf Zeppelin“, auf dem Boden, sondern stand nur in der Luft um die Postsäcke abzuwerfen. Wie Ernst Schröder erzählte, wurden er und sein Bruder vom sonoren Brummen der Motoren wach. Da es damals noch kaum Autos gab, waren die Nächte noch sehr ruhig. Über dem Butzweilerhof gingen Scheinwerfer an, die zum Boden strahlten. Im Licht der Scheinwerferkegel sah Ernst Schröder langsam etwas nach unten gleiten. Dabei handelte es sich um Postsäcke, die an Fallschirmen auf den Boden sanken. Die Zeppelin-Reederei hatte mit diesen speziellen Luftpostsendungen eine lukrative Einnahmequelle. Nachdem das Personal des Flughafens Butzweilerhof die Säcke gefunden hatte, gingen die Lichter aus, die Motoren drehten hoch und die „Hindenburg“ verschwand in der Nacht. Der nächste Stopp war Lakehurst in den USA.  

Drei Tage später explodierte die „Hindenburg“ in Lakehurst. Dabei kamen 13 Passagiere und 22 Crewmitglieder ums Leben. 

Als Unfallursache wird ein Leck, das durch ein gerissenes Stahlseil verursacht wurde, angenommen. Das dabei ausströmende Traggas Wasserstoff wurde nach einer Erdung durch elektrostatische Entladungen entzündet. Mit der „Hindenburg“ endete die Ära der Großluftschiffe. 

Die LZ 129 „Hindenburg“ war nach LZ 126 „Los Angeles“ und LZ 127 „Graf  Zeppelin“ das dritte Riesenluftschiff. LZ 128 wurde noch in der Planungsphase verworfen. Nach der „Hindenburg“ wurde noch das Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin II“ gebaut, dass aber aufgrund der Explosion der „Hindenburg“ nur noch für Testfahrten benutzt wurde und ab 8. März 1940, zusammen mit dem erfolgreichen Schwesterschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“, auf direkten Befehl des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring abgewrackt wurde. Die großen Luftschiffhallen in Frankfurt wurden später auch gesprengt.



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