02.12.2013
Klassiker der Luftfahrt

Flugverkehr im MittelmeerVon Küste zu Küste mit der LeO-242

In den 1930er Jahren betrieb die französische Fluggesellschaft Air Union eine ganze Reihe von Flugbooten, mit denen sie Marseille im Mutterland und Städte in Nordafrika sowie an der Levanteküste miteinander verband. Zu ihnen gehörte auch das Muster Lioré et Olivier 242.

Die Maschinen waren gekauft worden, um die veralteten CAMS-53 auf den Strecken nach Tunis und Algier zu ersetzen. Der erste Prototyp mit dem Kenner F-AMOU und dem Eigennamen „Ville de Tunis“ startete am 30. März 1933 unter Kommandant Bourdin zum ersten Linienflug, gefolgt von der F-AMUL „Ville d’Alger“ am 13. April 1934. Die nachfolgenden Exemplare erhielten 1939 nach der Eingliederung der Air Union in die Air France als wichtigstes äußeres Merkmal Townend-Ringe an den vorderen Motoren sowie diverse weitere Verbesserungen.

Die nunmehr als LeO-242/1 bezeichneten Flugboote trugen folgende Kenner und Eigennamen:
F-ANPA „Ville d’Oran“
F-ANPB „Ville de Bone“
F-ANPC „Ville de Marseille“
F-ANPD „Ville d’Ajaccio“
F-ANPE „Ville de Tripoli“
F-ANPM „Ville de Beyrouth“
F-ANQF „Ville de Toulon“
F-ANQG “Ville de Nice
F-ANQH “Ville de Cannes”
F-ANQI „Ville de Bizerte”
F-APKJ „Ville de Casablanca“ und
F-APKK “Ville de Rabat”.

Die ANQG strandete 1936 an der algerischen Küste, und die ANPB ging am 9. Februar 1938 vor Marignane verloren. Nach der Besetzung Südfrankreichs im November 1942 durch die deutsche Wehrmacht fielen sechs Maschinen in deren Hände und wurden an die Lufthansa übergeben. Diese wiederum übertrug die Nutzung der italienischen Ala Littoria. Die im Besitz der Air France verbliebenen zwei Flugboote wurden 1945 außer Dienst gestellt.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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