25.07.2018
Klassiker der Luftfahrt

Mach-2-KampfflugzeugVietnam-Kämpfer Republic F-105 Thunderchief

Trotz ihrer Leistungsfähigkeit begleiteten teilweise katastrophale Verluste die Einsätze der Republic F-105 in Vietnam. Erst mit den „Wild-Weasel“-Einsätzen umgerüsteter Thunderchiefs entspannte sich die Situation.

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Die F-105D war die meistgebaute Version dieses Mach-2-Kampfflugzeuges. Doch die anhaltenden Probleme, vor allem mit der Elektronik des Flugzeugs, machten ein umfassendes Programm zur Beseitigung der technischen Fehlerquellen unumgänglich. Republic und die Air Force riefen dazu die „Operation Look Alike“ ins Leben. Ziel des 51 Millionen Dollar teuren Programms war auch, alle Thunderchiefs auf einen einheitlichen technischen Stand zu bringen. Alle für die Operation „Look Alike“ in Frage kommenden Thunderchiefs wurden nach und nach zum USAF-Depot nach Mobile geflogen, wo alle Arbeiten ausgeführt wurden. Äußerlich erkennbar waren die behandelten Flugzeuge an einer neuen Acryllackierung, die korrosionsbedingte Probleme verhindern sollte.

Während die Operation „Look Alike“ noch lief, arbeitete Republic mit Auftrag der USAF an einem Doppelsitzer der F-105. Es war bereits der dritte Anlauf für einen Doppelsitzer. Der erste Versuch, die F-105C, war Mitte der 50er Jahre noch im Projektstadium eingestellt worden. Eine zweite Doppelsitzervariante, genannt F-105E, war 1959, noch vor dem Bau des ersten Flugzeugs eingestellt worden, weil alle Mittel auf die F-105D konzentriert werden mussten. Nun also, im Jahr 1962, der Anlauf Nummer drei mit der F-105F. Sie basierte auf der D-Version, hatte aber einen um 78 Zentimeter verlängerten Rumpf, um Platz für das Tandemcockpit zu erhalten. Wie schon bei der F-105D gab es keinen eigentlichen Prototyp. Schon die erste F-105F, die am 11. Juni 1963 eingeflogen wurde, besaß den Serienstandard. Da die meisten Parameter bereits ausgiebig mit der einsitzigen D-Version erflogen worden waren, ging die Flugerprobung des Doppelsitzers sehr schnell voran. Schon ab Dezember 1963 erhielt zunächst eine Trainingseinheit auf der Nellis AFB in Nevada die ersten F-105F.

Bei der Einführung der F-105F tat Republic alles, um das frühere Desaster bei den einsitzigen F-105 aufgrund vieler Systemausfälle nicht noch einmal zu erleben. So wurden mehrere der ersten Serien-Doppelsitzer lange vor der ersten echten Auslieferung nach Langley, zur Andrews AFB und nach Ramstein überführt, um dort die Piloten- und das Maintenance-Personal mit dem Flugzeug vertraut zu machen. Von den insgesamt 88 Testflügen bei denen taktische Einsatzprofile geflogen wurden, fanden 38, teils bei schlechtesten Wetterbedingungen, von Ramstein aus statt. Nach Abschluss des Programms verkündete Republic stolz, dass durchschnittlich nur sechs Mannstunden für die Wartung je Flugstunde aufgewendet werden mussten und nicht ein einziger Flug aus technischen oder Wettergründen ausfallen musste.

Mit den Tests wollte Republic auch bei anderen Streitkräften für die Thunderchief werben. Deshalb waren Vertreter der RAF, der Bundesluftwaffe sowie Militärs aus Frankreich und Kanada eingeladen worden. Als sogenannten Fly-away-Preis für die F-105F nannte Republic damals 1,6 Millionen Dollar. Es kam aber nie zum Export.

Die technischen Schwierigkeiten, die die ersten Einsatzjahre der Thunderchief überschatteten, waren Mitte der 60er Jahre weitgehend überwunden. Mit der bereits erwähnten Operation „Look Alike“ hatte Republic tatsächlich viele Defizite der Technik und der anfangs extrem anfälligen Elektronik beseitigt. Ihre große Bewährungsprobe sollte die Thunderchief nun im Vietnamkrieg erleben. Sie wurde überaus hart. Über 60 Prozent aller Angriffe auf taktische und strategische Ziele wurden in den ersten beiden Kriegsjahren mit F-105 geflogen. Der massive Einsatz der Thunderchief brachte zugleich extrem hohe Verluste. Die meisten Angriffe erfolgten gegen massiv geschützte Ziele. Für die Piloten bedeutete das die Hölle. Die Rolle als Tiefangriffsflugzeug war ihrem Flugzeug bei seiner Entwicklung eigentlich nicht zugeschrieben worden. In ihrem Rumpfschacht, in dem die Thunderchief ursprünglich einmal konventionelle oder nukleare Bomben mit zweifacher Schallgeschwindigkeit ins Ziel tragen sollten, befanden sich bei allen Vietnameinsätzen ausschließlich die fast 1500 Liter fassenden Zusatztanks. Ihren Trumpf, das enorme Beschleunigungsvermögen des Flugzeugs, konnten die Piloten nur bei den Rückflügen von ihren Einsatzzielen ausspielen.

Die Abwehr des nordvietnamesischen Gegners war wesentlich stärker als erwartet. Vor allem das dichte Radarnetz im Verbund mit den sehr effizienten sowjetischen SA-2-Flugabwehrraketen der Nordvietnamesen sorgte für hohe Verluste. Von 1965 bis 1968 verlor die USAF nicht weniger als 350 Thunderchiefs, 1966 waren es allein 126. Rein statistisch gesehen war es für einen F-105-Piloten damals kaum möglich, die 100 von ihm geforderten Einsatzflüge zu überleben.


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