19.10.2017
Klassiker der Luftfahrt

Der erste V-Bomber der Royal Air ForceVickers Valiant: Der Vorreiter

Als erster Vertreter der berühmten britischen V-Bomber steht die Vickers Valiant noch heute im Schatten ihrer spektakulären Brüder Victor und Vulcan. Dabei vollbrachte das Vickers-Produkt viele bedeutende Leistungen.

IN DIESEM ARTIKEL

Anfangs sah es nicht gut aus für den ersten so genannten „V-Bomber“ der Royal Air Force (RAF). Vickers hatte genauso wie English Electric für die Spezifikation B.35/46 von Januar 1947 für einen neuen Jetbomber mit Nuklearbewaffnung einen recht konventionellen Entwurf vorgelegt. Obwohl er damals neue, gepfeilte Tragflächen aufwies, blieb er zunächst erfolglos. Die Konkurrenz wartete mit exotischeren und viel versprechenderen Designs mit Delta- und Sichelflügel oder gar einer Nurflügelkonfiguration auf. Letztere Anordnung bei Shorts und Armstrong-Whitworth fiel aus dem Wettbewerb, weil sie dann doch zu futuristisch anmutete. Das Rennen machten schließlich die Avro 698 (spätere Vulcan) und die Handley Page HP.80. Aber aufgrund der Ungewissheiten wollte die militärische Führung nicht „alle Eier in ein Nest“ legen, wie es damals hieß. Schließlich konnten die Forscher nicht auf Erfahrungen in Hochgeschwindigkeitswindkanälen oder in der Jet-Höhenforschung zurückgreifen.

Hier kam wieder Vickers-Chefkonstrukteur George Edwards ins Spiel, der sein Projekt Typ 660 als schneller zu realisieren und als risikoloser vermarktete. Die RAF erstellte daraufhin im April 1948 eigens die Spezifikation B.9/48. Edwards griff auf den Entwurf für den ursprünglichen Anforderungskatalog OR.229 (Operational Requirement) für einen Ersatz der Avro Lincoln zurück. Dieser sollte bei einer Reichweite von 5600 km eine 4,5 t schwere Nuklearwaffe aus einer Höhe von 13,7 km bei einer Geschwindigkeit von 925 km/h abwerfen können. Der Konstrukteur änderte lediglich die Tragfläche im Bereich des Flügelwurzelübergangs.


WEITER ZU SEITE 2: Erstflug von der Graspiste

1 | 2 | 3 | 4 |     
Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Patrick Hoeveler
Jetzt Fan werden! Newsletter abonnieren - Kostenlos direkt in Ihre Mailbox


Weitere interessante Inhalte
Der Feuerspeier Supermarine Spitfire

24.10.2017 - Die Spitfire gilt als der britische Kultjäger des Zweiten Weltkriegs und wird im Vereinigten Königreich noch heute entsprechend verehrt. Das mit 20 341 Exemplaren (und 2556 der Marineversion Seafire) … weiter

Fotodokumente Erkennungszeichen alliierter Flugzeuge während der Invasion 1944

15.10.2017 - Als Schutz gegen eine Verwechslung mit deutschen Flugzeugen trugen alliierte Maschinen während der Invasion in der Normandie im Juni 1944 weiß-schwarze Streifen. … weiter

Deltaflügler Avro 698 Vulcan

12.10.2017 - Der vierstrahlige strategische Deltaflügel-Bomber Avro Vulcan gilt als spektakulärstes Muster der drei „V-Bomber“ der Briten. Seit den fünfziger Jahren stellte die Vulcan die nukleare Abschreckung für … weiter

Erfolgsjäger Hawker Hunter

22.08.2017 - Die Hawker Hunter ist eine Erfolgsgeschichte des britischen Flugzeugbaus. Der einstrahlige Jäger war nicht nur bei der RAF im Einsatz, sondern auch bei vielen Exportkunden. … weiter

Britischer Überschalljäger English Electric Lightning

10.08.2017 - In den 1950er Jahren entwickelte English Electric den ersten britischen Überschalljäger, der in Serie ging. Die vom Versuchsmuster P.1 abgeleitete English Electric Lightning war zugleich der letzte … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

Klassiker der Luftfahrt 08/2017

Klassiker der Luftfahrt
08/2017
09.10.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Iljuschin Il-2: Vom See in den Himmel
- Etappenflug mit der Caspar C 32 „Germania“
- Flugboot: Kawanishi H8K „Emily“
- Rundflüge: Aus dem Leben eines Barnstormers
- Gefechtsbericht: Begegnung mit der Do 335.44