12.12.2017
Erschienen in: 01/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Transport für Kanzler und CoVFW-Fokker VFW 614 bei der Luftwaffe

Bei der Flugbereitschaft des BMVg deckte die VFW 614 die verschiedensten Aufgabenbereiche ab. Die Luftwaffe flog den Jet aus Bremen länger im regelmäßigen Einsatz als jeder andere Betreiber. Das Ende kam erst nach zwei Jahrzehnten im Jahr 1998.

Ohne die Luftwaffe wäre das deutsche Verkehrsflugzeug mit den charakteristischen Triebwerken auf den Tragflächen viel früher vom Himmel verschwunden. Nach der Einstellung des VFW-614-Programms suchte VFW-Fokker nach einer neuen Heimat für das Projekt. Die erhoffte Aufnahme einer Lizenzproduktion in den USA seitens Gulfstream kam jedoch nicht zustande. Eine Fortführung der Produktunterstützung schien sich aufgrund der geringen Stückzahlen nicht zu lohnen, so dass VFW-Fokker die noch im zivilen Einsatz befindlichen Flugzeuge zurückkaufte und schließlich im Jahr 1980 verschrottete. Mit der Luftwaffe traf man eine Vereinbarung, die drei Maschinen 20 Jahre im Einsatz zu halten.

Nur knapp fünf Jahre zuvor hatte die Situation der VFW 614 noch nicht so düster angemutet. Im Dezember 1975 beschloss das Bundeskabinett die Beschaffung der drei Jets, welche die Convair Metropolitan bei der Flugbereitschaft ersetzen sollten. Sie füllten die Lücke zwischen der Lockheed JetStar und der Boeing 707. Im Unterschied zu den zivilen Varianten der VFW 614 besaßen sie eine militärische Avionik wie eine Trägheitsnavigationsanlage von Litton, einen IFF-Transponder, TACAN- und UHF-Geräte sowie einen HF-Sender mit einer Leistung von 400 Watt.

Die Kabine ließ sich in relativ kurzer Zeit den entsprechenden Anforderungen anpassen: entweder für 40 Passagiere mit einem Sitzabstand von 79 bis 81 Zentimetern oder für VIP-Einsätze mit 18 Sitzen. Ein entsprechender Änderungssatz umfasste Doppelsitze, Klapptische, versetzbare Trennwände und Einzelsitze, die auf den Schienen auf dem Boden an die entsprechende Position geschoben werden konnten. Die Varianten waren auch kombinierbar, etwa zwei Abteile für je sechs Personen sowie ein Abteil für maximal 24 Fluggäste.


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Patrick Hoeveler
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