07.01.2014
Klassiker der Luftfahrt

Erster westdeutscher VerkehrsjetVFW 614 muss umziehen

Seit vielen Jahren ist eine VFW 614 auf der Besucherterasse des Bremer Flughafens zu bestaunen. Jetzt muss ein neuer Standort für den historischen Airliner gefunden werden.

VFW 614 Bremen

Die VFW 614 am Flughafen Bremen muss ihren Platz auf der Besucherterasse des Bremer Flughafens räumen. Wo der gut erhaltene Airliner künftig stehen wird, steht noch nicht fest. Foto: Freundeskreis VFW 614  

 

Grund für den Umzug der VFW 614 sind Sanierungsarbeiten am Dach des Bremer Flughafens, die spätestens im März anstehen. Danach soll der Passagierjet nicht mehr an seinen alten Platz zurückkehren. Ein neuer Standort wird noch gesucht. Fest scheint nur zu stehen, dass die VFW 614 einen Platz in unmittelbarer Flughafennähe erhalten soll. Bis dahin soll das Flugzeug Unterschlupf in einer Airbus-Halle bekommen.

VFW 614 in Bremen auf Flughafenterminal

Im Jahr 2006 hatte die VFW 614 ihre historische Lackierung als Werksflugzeug erhalten. Foto: Freundeskreis VFW 614  

 

In der Bremer Luftfahrtgeschichte spielt die VFW 614 eine wichtige Rolle. Das Verkehrsflugzeug für bis zu 44 Passagiere wurde in den 60er und 70er Jahren von den Vereinigten Flugtechnischen Werken in Bremen entwickelt. Der Prototyp dieses ersten westdeutschen Passagierjets flog erstmals am 14. Juli. 1971. Ein charakteristisches Merkmal der VFW 614 sind ihre über den Tragflächen montierten Triebwerke. Die ungewöhnliche Anordnung sollte den Einsatz des Flugzeugs auch von schlecht befestigten Pisten ermöglichen. Zum Einen sollte damit das Ansaugen von Fremdkörpern beim Start verhindert werden, zum Anderen konnte so die Fahrwerksbeine sehr kurz und damit stabil ausgelegt werden.

VFW 614 in Bremen Triebwerk

Damit sie beim Betrieb auf wenig befestigten Pisten, zum Beispiel in Entwicklungsländern, keine Fremdkörper anzusaugen konnten, wurden die Triebwerke der VFW 614 über dem Flügel angeordnet Foto: Freundeskreis VFW 614  

 

Ingesamt wurden nur 13 Flugzeuge an Airlines ausgeliefert. Kunden waren die TAT und Air Alsace aus Frankreich und die dänische Cimber Air. Die Flugbereitschaft der Bundeswehr nutzte bis 1998 drei weitere VFW 614. Die Bremer VFW 614 trägt die Seriennummer G15. Aus Frankreich zurückgekauft, baute die damalige Daimler-Benz Aerospace das Flugzeug zum Technologieträger für eine Fly-by-Wire-Steuerung um. Im Jahr 2006 wurde sie überarbeitet und für die Ausstellung mit der früheren VFW-Werkslackierung versehen.



Weitere interessante Inhalte
Wings of Victory Fund Weitere IL-2 in Russland geborgen

16.08.2018 - Zwischen dem 8. und 10. August 2018 hat der Wings of Victory Fund eine seltene einsitzige Version der Iljuschin IL-2 Shturmovik vom Grund eines Sees in der Nähe von Murmansk geborgen. Das … weiter

Fotodokumente Flugzeugträger der US Navy in Aktion

16.08.2018 - Schon in den 1970er Jahren berichteten die Redakteure der FLUG REVUE über die Flugzeugträger der US Navy und besuchten mehrere Carrier auf deren Einsatzfahrten im Mittelmeer. … weiter

Evolution einer Idee Heinkels Senkrechtstarter-Projekt He 231

16.08.2018 - Senkrechtstarter, schneller als der Schall, standen schon in den 50er Jahren auf den Wunschlisten der Planungsstäbe in den NATO-Staaten. Heinkel trat in den Wettbewerb um ein solches Flugzeug mit der … weiter

California Dreaming Lyon Air Museum

16.08.2018 - „The Greatest Generation in aviation History“ – die großartigste Generation der Luftfahrt. So titelt das Lyon Air Museum auf seiner Website. Absolut zu Recht, denn in der klimatisierten Halle am … weiter

Fotodokumente Saab – Wegweisende Konstruktionen aus Schweden

15.08.2018 - Als in Europa in den 1930er Jahren die Kriegsgefahr wuchs, musste auch Schweden aufrüsten. Vom Auftragsboom profitierte besonders die im April 1937 gegründete Svenska Aeroplan AB. … weiter


Klassiker der Luftfahrt 06/2018

Klassiker der Luftfahrt
06/2018
09.07.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- WB57 bei der NASA
- Lockheed SR-71 Blackbird: Der legendäre Mach-3-Jet im Detail
- Legion Condor: Erste Tests der neuen Jäger
- Ki-61. Die japanische Heinkel
- Die Staaken im Fronteinsatz