12.04.2018
Erschienen in: 03/ 2011 FLUG REVUE

Niederlage gegen EuropaUS-Überschallverkehrsflugzeuge

Vor 50 Jahren scheiterte das prestigeträchtige SST-Projekt der USA, das eigentlich die Concorde und die Tupolew Tu-144 übertreffen und eine neue Ära im Luftverkehr einläuten sollte.

Schneller und größer als die europäischen und sowjetischen Projekte sollte Amerikas Überschall-Verkehrsflugzeug werden. Einige US-Firmen hatten schon in den 50er Jahren mit Untersuchungen für einen Supersonic Transport (SST) begonnen, doch eine endgültige Entscheidung fiel später als bei der Konkurrenz auf der anderen Seite des Atlantiks. Erst im August 1963 wies US-Präsident John F. Kennedy die Federal Aviation Agency (FAA) an, mit entsprechenden Studien für das nationale Programm zu beginnen. An der folgenden Ausschreibung beteiligten sich zunächst in der ersten Phase die Firmen Boeing, Lockheed und North American. Im Juni 1964 vergab die US-Luftfahrtbehörde schließlich in der Phase II entsprechende Entwicklungsaufträge an Boeing und Lockheed sowie an General Electric und Pratt & Whitney für die Triebwerke. Dabei sollte die Regierung jeweils 75 Prozent der Kosten übernehmen. Im Jahr 1966 verlängerte die Behörde die Arbeiten in der sogenannten Phase II-C, die auf 18 Monate angelegt war und je 60 Millionen Dollar für die Flugzeugbauer sowie je 50 Millionen Dollar für die Triebwerksfirmen umfasste. Wieder übernahm der Staat drei Viertel der Kosten.

Die Erwartungen waren hoch: „Ab 1975 werden alle Flüge in den USA über 2400 Kilometer von Überschallflugzeugen durchgeführt“, sagte Lockheeds Chef-Forschungsingenieur Richard Heppe schon im Juni 1963. Zum eigenen L-2000-Projekt meinte er: „Das dreifach überschallschnelle Flugzeug könnte ab 1973 bei den Airlines fliegen und 120 bis 125 Passagiere in zweieinhalb Stunden von New York nach Paris transportieren.“ Im Gegensatz zur europäischen Concorde sollte der Lockheed-Entwurf aus Titan und speziellen Stahlarten bestehen und so die bei Mach 3 entstehenden Temperaturen von bis zu 385 Grad aushalten. Zu Testzwecken fertigte das Unternehmen damals unter anderem zwei Flügelkästen und ein Rumpfsegment aus Titan.


WEITER ZU SEITE 2: Airliner mit Schwenkflügel

1 | 2 | 3 | 4 |     


Weitere interessante Inhalte
Kurze Karriere Jagdgeschwader 75

18.04.2018 - Ursprünglich wollte die Luftwaffe zwei Geschwader mit dem Allwetterjäger F-86K Sabre aufstellen. Das JG 75 existierte in Leipheim jedoch nur sieben Monate und war der Vorläufer des JG 74 in Neuburg an … weiter

Überschalljäger Die Century-Series-Jets der US Air Force

17.04.2018 - Die berühmten Überschalljäger mit einer Typenbezeichnung ab 100 bildeten lange Zeit nicht nur im Bereich der Abfangjagd - wie die F-102 Delta Dagger und F-106 Delta Dart - das Rückgrat der US Air … weiter

Fotodokumente Vom Entwurf zum Produkt – Flugzeuge im Vergleich

13.04.2018 - Möglichst spektakulär wollen die Illustrationen die neuen Projekte ihrer Firmen darstellen. Oft unterscheiden sich die Bilder dann deutlich vom fertigen Produkt, weil die Detailkonstruktion andere … weiter

Fotodokumente Die Flugzeuge der US Air Force-Kunstflugstaffel Thunderbirds

13.04.2018 - Vor mehr als 60 Jahren, nämlich am 1. Juni 1953, rief die US Air Force auf der Luke AFB in Arizona ihre offizielle Kunstflugstaffel ins Leben: den 3600th Air Demonstration Flight, besser bekannt als … weiter

Boeing 314 Atlantik-Königin

12.04.2018 - Vor dem Zweiten Weltkrieg verbreiteten Boeings Flugboote Glamour und Luxus auf den sehr exklusiven Linienflügen über den Atlantik. Der Krieg verhinderte die zivile Karriere der Boeing 314 Clipper. … weiter


Klassiker der Luftfahrt 04/2018

Klassiker der Luftfahrt
04/2018
09.04.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Todestag: Manfred von Richthofen
- Hitler Attentat: An Bord mit von Stauffenberg
- Kanadisches Fliegerass George Beurling
- Grumman FM-2 Wildcat
- Spitfire PR XI