03.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Mit Wespentaille zum Erfolg (Teil 3) Aerodynamische Entdeckung bringt Rettung

Nach dem Transport des ersten Prototyps (Kennung: 52-7994) zur Edwards AFB startete ihn dort Richard Johnson am 24. Oktober 1953 zum Erstflug, aber die Schwierigkeiten nahmen kein Ende. Neun Tage später machte der Deltaflügler aufgrund eines Triebwerkausfalls eine Bruchlandung. Tests mit dem zweiten Prototypen (52-7995), der seinen Jungfernflug am 11. Februar 1954 absolviert hatte, zeigten außerdem, dass die Maschine außer im Sinkflug nicht überschallfähig war. Dabei wollte die US-Führung angesichts der damals angespannten politischen Weltlage die Einführung der Delta Dagger mit einer geforderten späteren Fertigungsrate von 50 Maschinen pro Monat eigentlich beschleunigen. Insgesamt war der Bau von 40 Serienmaschinen geplant, während die Erprobung noch lief. Nachträgliche Modifikationen sollten eventuelle im Testprogramm festgestellte Mängel ausbügeln.

Die Rettung kam in Form von Windkanalversuchen des National Advisory Committee for Aeronautics (NACA, der Vorgänger der NASA). Die 1952 in Langley Field, Virginia, durchgeführten Tests zeigten die Vorteile der Anwendung der Flächenregel, die unter anderem der Aerodynamiker Richard Whitcomb entdeckt hatte. Im Bereich des schallnahen und des Überschallflugs ist nämlich der Widerstand eines Flugzeugs stark von dessen Querschnittsverteilung abhängig. Daher kann ein Rumpf mit Wespentaille, das heißt einer Einschnürung im Bereich der Tragflächen den Luftwiderstand erheblich reduzieren. Die erzeugten Expansions- und Kompressionswellen von Rumpf und Flügel heben sich vereinfacht ausgedrückt weitestgehend auf, und der Gesamtquerschnitt entlang des Flugzeuges bleibt annähernd konstant.


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Patrick Hoeveler


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