28.11.2013
Klassiker der Luftfahrt

Klemm KL 107 AHistorischer Flugzeugtest

Im Jahr 1957 beschrieb Mano Ziegler, der erste Chefredakteur der FLUG REVUE, unter dem Pseudonym Walter Varenna die Klemm KL 107 A. Sie basierte auf der KL 107, die Hanns Klemm schon 1939 entwickelt hatte. In den 50er Jahren setzte er mit Ludwig Bölkow die Idee einer Neuauflage des Flugzeugs in die Tat um. Später entwickelte Bölkow auf Grundlage der KL 107 die Bölkow 207. Zieglers Testbericht ist heute ein Zeitdokument.

„Wenn man weiß, mit wieviel Sorge, Fleiß und Zähigkeit und mit wie wenig Geld sich die deutsche Flugzeugindustrie wieder hochzurappeln beginnt, dann heißt man jedes Flugzeug, das einen der guten alten Namen vertritt, zunächst auch ohne eingehende Prüfung willkommen. Stellt man dann aber auch noch fest, daß diese alten Nomen durchaus nicht eingerostet sind, dann freut einen das um so mehr. Nicht der ausländischen „Konkurrenz" wegen, die wir alle hoch zu schätzen wissen und die es eigentlich gar nicht gibt, sondern weil man eben innerhalb unserer Grenzen wieder einen Anfang sieht und dazu einen guten, wenn auch schweren.

Klemm hat recht daran getan, die früher so erfolgreiche Linie einzuhalten und zunächst keine Experimente zu machen. So ist die neue KL 107A, die von der Arbeitsgemeinschaft Klemm GmbH/Bölkow Entwicklungen KG gebaut wird, sowohl im äußeren Bild, als auch in ihren Flugeigenschaften ihren Vorfahren treu geblieben. Daß sie darüber hinaus wie jedes gute Kind aus guter Familie sehr viel „an innerer Bildung dazu gelernt hat", das ist das eigentlich Erfreuliche. Die KL 107 stellte sich mir in Hannover vor und es war gar nicht ganz einfach, in der Reihe der vielen Interessenten auf der dortigen Ausstellung eine freie Stunde für einen geruhsamen Test zu finden. Ein einziger Zuschauer ließ dort eine Bemerkung fallen, auf die ich gleich zu Beginn eingehen möchte. Er sagte nämlich: „Schade, daß die Klemm nicht in Ganzmetallbauweise gebaut ist.“

Diese Bemerkung verrät einige Unkenntnis, und man könnte sofort die Gegenfrage stellen,'warum wohl die kostbarsten Touren- und Rennboote und wohl 95 Prozent aller Skifabrikate aus Holz sind? Warum zum Beispiel die weltberühmten „Mosquitos"' und auch die historisch so bedeutende Me 163 aus Holz waren? Nachdem ein Test aber keine Arbeit über Materialkunde ist, mag für den Laien der Hinweis genügen, doß die Güte eines Flugzeuges nach jeder Richtung nicht davon abhängt, ob Holz oder Metall, denn bei normal pfleglicher Behandlung hält eines so lange wie das andere.


WEITER ZU SEITE 2: Die KL 107 entstand in Holz- Schalenbauweise

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hm
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