09.09.2016
Erschienen in: 08/ 2011 FLUG REVUE

Vom Jäger zum AufklärerTief und schnell: Supermarine Swift

Obwohl sie viele Neuerungen für den britischen Flugzeugbau bot, blieb der Swift der große Erfolg als Jagdflugzeug verwehrt. Nur als Aufklärer konnte sie überzeugen.

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Supermarine Swift Mk.7 mit Fireflash-Flugkörpern im Flug. Foto: KL-Dokumentation  

 

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Ihrem Namen alle Ehre machte die Supermarine Swift: Wie ein Mauersegler, der im Sturzflug bis zu 200 km/h erreichen kann, zeichnete sich der Jagdaufklärer durch hohe Geschwindigkeiten im Tiefflug aus. Der Jet war von Anfang an auf Schnelligkeit ausgelegt. Im Jahr 1946 wollten die Briten nämlich im Bereich der Hochgeschwindigkeitsflugzeuge nicht ins Hintertreffen geraten und hatten gleich mehrere Ausschreibungen für Jäger und Bomber herausgegeben, bei denen Pfeilflügel im Vordergrund standen. Damit ging auch nach der Einführung von Strahltriebwerken der schon fast traditionelle Zweikampf bei der Jäger-Entwicklung in Großbritannien zwischen Hawker und Supermarine weiter.

Für ein einsitziges Jagdflugzeug schlug Supermarine mit Chefkonstrukteur Joseph Smith die Modifizierung einer Attacker vor, dem ersten Trägerjet von Supermarine, mit um 40 Grad gepfeilten Flügeln und Höhen-leitwerken. Das britische Luftfahrtministerium bestellte zwei Prototypen mit der Bezeichnung Type 510, die ein Triebwerk vom Typ Rolls-Royce Nene 2 und das Spornradfahrwerk der Attacker erhielten. Am 29. Dezember 1948 startete Testpilot Michael Lithgow mit dem ersten Prototyp in Boscombe Down zum Erstflug. Die Maschine mit der Kennung VV106 stellte den ersten britischen Jet mit gepfeilten Flügeln wie auch mit gepfeilten Leitwerken dar und zeigte vielversprechende Leistungen. Bald darauf erhielt sie den Namen „Swift“ (Mauersegler).

Der zweite Prototyp folgte am 27. März 1950 und erhielt wenige Monate später ein Fahrwerk mit Bugrad. Das Flugzeug mit der Kennung VV119 zielte schon eher auf die Verwendung als Jäger ab, denn es besaß einen größeren Heckdurchmesser wegen eines zu installierenden Nachbrenners, eine längere Nase, Vorrichtungen für eine Kanonenbewaffnung, größere Lufteinläufe sowie größere Tanks. Gleichzeitig modifizierten die Ingenieure die VV106 zu Testzwecken für den Einsatz auf Flugzeugträgern, so dass Lieutenant Jock Elliot von der Royal Navy am 8. November 1950 erstmals mit einem Pfeilflügeljet auf einem Träger starten und landen konnte. Der Start auf der HMS „Illustrious“ erfolgte mit Hilfsraketen an den Tragflächen. Supermarine hatte mit der VV106 jedoch noch mehr vor und peilte den Geschwindigkeitsbereich um Mach 1 an. Aus diesem Grund erhielt das Flugzeug ein Höhenleitwerk, dessen Anstellwinkel sich zur Trimmung um vier Grad nach oben oder unten verstellen ließ. Obwohl die erste Swift trotzdem nicht Überschall fliegen konnte, diente sie noch bis zum 14. Januar 1955 verschiedenen Flugtests und ist heute im Fleet Air Arm Museum in Yeovilton eingelagert.

Vor dem Hintergrund des Koreakriegs bestellte schließlich das Ministry of Supply im November 1950 zwei Vorserienmaschinen (Type 541) und 100 Serienexemplare, wohl auch als Rückfallposition, falls es Probleme mit der zuvor bestellten Hunter von Hawker geben sollte. Als Antrieb der Serien-Swifts diente ein Avon von Rolls-Royce, der rund 50 Prozent mehr Schub als das Nene-Triebwerk lieferte. Die erste Vorserienmaschine (WJ960) flog erstmals am 1. August 1951. Die WJ965 folgte am 18. Juli 1952 und wies einige Änderungen an Nase, Cockpithaube und Heck auf. Nach anfänglichen Tests musste Supermarine zusätzlich eine Hilfsklappe am Querruder modifizieren. Am 26. Februar 1953 erreichte die Swift dann erstmals Überschallgeschwindigkeit, allerdings im Stechflug. Derweil lief in South Marston die Produktion der Serienversion F1, die am 25. August 1952 zum ersten Mal abgehoben hatte.


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Patrick Hoeveler
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