24.10.2017
Erschienen in: 04/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Der FeuerspeierSupermarine Spitfire

Die Spitfire gilt als der britische Kultjäger des Zweiten Weltkriegs und wird im Vereinigten Königreich noch heute entsprechend verehrt. Das mit 20 341 Exemplaren (und 2556 der Marineversion Seafire) in 22 Versionen meistgebaute britische Kampfflugzeug entschied, gemeinsam mit der Hurricane, 1941 die „Luftschlacht um England“ und verhinderte damit die schon geplante deutsche Invasion.

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Der seit 1934 von Reginald J. Mitchell bei Supermarine Aviation Works (Vickers) entwickelte Jäger „Type 300“ startete am 5. März 1936 mit Joseph „Mutt“ Summers am Steuer in Eastleigh zum Erstflug. Der schlanke Tiefdecker erinnerte mit seiner Stromlinienform, der langen Motorhaube und dem weit zurückgesetzten Cockpit an die eleganten Linien der vorherigen Supermarine-Rennflugzeuge. Als Triebwerk des Prototyps K5054 wurde ein Rolls-Royce PV12 verwendet, ein Vorläufer des später legendären Merlin. Die Motorleistung der Spitfire sollte sich im Lauf ihrer zwölf Produktionsjahre mehr als verdoppeln. Auch die maximale Startmasse und die Steigrate verdoppelten sich, während sich die Feuerkraft verfünffachte und die Höchstgeschwindigkeit um immerhin ein Drittel zulegte.

Durch zahlreiche konstruktive Detailverbesserungen und leistungsgesteigerte Triebwerke konnte die Spitfire im Kriegsverlauf immer wieder an die ebenfalls gestiegenen Leistungen der deutschen Jäger angepasst werden. Hieran hatte auch der seit 1936 verantwortliche Supermarine-Chefkonstrukteur Joseph Smith entscheidenden Anteil.

Ab August 1938 setzte die RAF den bereits mit Dringlichkeit beschafften Jäger bei der No 19 Squadron ein. Bei Kriegsbeginn waren immerhin neun Geschwader mit dem neuen Jäger ausgerüstet. Nicht nur bei der Luftschlacht um England, sondern auch an allen anderen RAF-Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs gelangte die Spitfire zum Einsatz. Bis zum April 1954 blieb sie als Aufklärer über Südostasien im Frontdienst. Zu den ausländischen Betreibern der Spitfire zählten unter anderem die Türkei, Portugal, Ägypten, Dänemark, Indien, Belgien, Burma, Irland, die Niederlande, Norwegen und Thailand.

Heute gelten nach aktuellen Angaben der britischen Spitfire Society noch 45 Maschinen als flugfähig, davon alleine 18 in Großbritannien. In Deutschland sind laut derselben Quelle Maxi Gainzas Spitfire HF Mk VIII, D-FEUR, und die Spitfire LF Mk XVI von Stephen Stead, G-MXVI, in Bremgarten in flugfähigem Zustand beheimatet. Dort wird auch eine aus den USA stammende Spitfire TR Mk IX wieder aufgearbeitet.


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flugrevue.de/Sebastian Steinke
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