08.10.2016
Klassiker der Luftfahrt

Start mit Schlitten, Landung auf KufenSud-Est SE 5000 Baroudeur: Erdkämpfer für jedes Gelände

In keinem Jahrzehnt gab es so viele ungewöhnliche Flugzeugkonstruktionen wie in den 50er Jahren. Die Idee eines Flugzeugs, das keinen Flugplatz benötigt, gewann damals immer mehr an Faszination. Die Baroudeur sollte der Anfang einer solchen Kampfflugzeuggeneration sein, doch der eigenwillige Entwurf konnte sich nicht gegen die traditionellen Muster durchsetzen.

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Gegen Ende der 40er Jahre erschien der Nutzen der ersten Jetjäger aufgrund der benötigten langen Startstrecken limitiert. Die meisten Luftstreitkräfte suchten daher einen Weg, Hochleistungsjets ohne die verwundbaren und teueren Fliegerhorste einzusetzen, die damals überall im Bau waren. Den Ideen der Flugzeugkonstrukteure schienen keine Grenzen gesetzt zu sein im Streben, die Start- und Landestrecke der Kampfflugzeuge von unbefestigten Pisten aus zu verkürzen.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wollte auch die Armée de l’Air ihre Propellerjäger gegen neue Jets austauschen. Da die Entwicklungen aus dem eigenen Land hinter den Erwartungen zurückblieben, beschafften die französischen Luftstreitkräfte mit amerikanischer Finanzierung ausländische Muster wie die de Havilland Vampire und die Republic F-84 Thunderjet.

Die Société Nationale de Constructions Aéronautiques du Sud-Est, SNCASE, besaß mit einem Auftrag über 449 Vampires und deren Marineversion Mistral den Löwenanteil der Lizenzproduktion. Die Unterschalljets erwiesen sich aber sehr schnell als veraltet. Zudem verlor Sud-Est den Wettbewerb um einen Nachfolger an die Mystére IV von Marcel Dassault. Daher entschloss sich SNCASE-Chef George Héreil im Jahr 1951 zu dem Versuch, die Dassault-Vorherrschaft in der Jagdflugzeugentwicklung zu brechen. Zu diesem Zweck stellte er den polnischen Flugzeugkonstrukteur John Jakimiuk ein, der kurz zuvor bei de Havilland Canada die DHC-1 Chipmunk entwickelt hatte. In Nordamerika hatte er oft neue Wasserflugzeuge vom Typ DHC-2 Beaver gesehen, die vom Downsview-Werk in Ontario auf speziellen, von Raketen angetriebenen Schlitten starteten. Sobald die nicht mit einem Radfahrwerk ausgestatteten Wasserflugzeuge in der Luft waren, wurden die Schlitten abgeworfen. Daher rührte die Idee eines Hochleistungsjagdbombers ohne ein klassisches Fahrwerk. Das Muster sollte von unbefestigten Pisten auf einem abwerfbaren Schlitten starten und auf Kufen in flachem Gelände landen.


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Patrick Hoeveler
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