09.12.2017
Erschienen in: 08/ 2012 FLUG REVUE

AufholjagdSud-Est Grognard

Trotz ungewöhnlicher Bauweise und vielversprechender Leistungen konnte sich die Grognard Anfang der 50er Jahre nicht durchsetzen und blieb im Prototypenstadium.

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Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besaßen die französischen Luftstreitkräfte keinerlei Erfahrung mit dem Einsatz von strahlgetriebenen Kampfflugzeugen. Dieses Manko wollten sie aber in kürzester Zeit beseitigen, und zwar mit Konstruktionen aus dem eigenen Land. Am 30. November 1945 bekam daher die Société Nationale des Constructions Aéronautiques du Sud-Est (SNCASE) den Auftrag zur Entwicklung eines Angriffsflugzeugs, das von zwei französischen Axialstrahltriebwerken angetrieben werden und mit vier Kanonen sowie ungelenkten Raketen bewaffnet werden sollte. Der erste, eher konventionelle Entwurf beherbergte die Antriebe in Gondeln unter der Tragfläche; er stieß aber auf kein großes Interesse.

Daraufhin ging das Team unter Pierre Satre wieder an die Arbeit und wartete alsbald mit einer ungewöhnlichen Lösung auf: Bei der SE.2400 wurden die Triebwerke einfach etwas versetzt übereinander im Rumpf angeordnet. Die Luftzufuhr erfolgte über einen gemeinsamen Einlauf auf dem Rumpfrücken hinter dem Cockpit. Auf diese Weise erreichten die Konstrukteure aerodynamisch saubere Linien und eine optimale Gewichtsverteilung zur Optimierung des Flugverhaltens. Gleichzeitig erlaubte der geräumige Rumpf das Unterbringen eines drei Kubikmeter großen Waffenschachts. Neuland betraten die Ingenieure auch mit dem Flügel, der eine Pfeilung von 47 Grad aufwies. Der modulare Aufbau mit großen, vorgefertigten Teilen sollte zudem eine einfache Serienfertigung ermöglichen.

Die ursprüngliche SE.2400 musste Sud-Est jedoch verwerfen, da das französische Triebwerk SOCEMA (Société de Constructions et d‘Equipements Mécanique pour l‘Aviation) TGAR 1008 nicht die erhofften Fortschritte brachte. Daher schwenkte das Unternehmen auf das Nene von Rolls-Royce um. Dieses kam in der SE.2410 zum Einsatz und machte aufgrund des größeren Durchmessers des Radialtriebwerks umfangreiche Änderungen nötig. Insgesamt waren drei Prototypen vorgesehen; die beiden letzten sollten über die vorgesehene Bewaffnung von vier 15-mm-Kanonen und 32 ungelenkten Raketen verfügen.

Erste Zwischenergebnisse zeigten indes, dass sowohl Leistungsdaten als auch Zeitplan zu optimistisch waren. Nicht zuletzt aufgrund finanzieller Beschränkungen wegen des Indochinakriegs reduzierte das Militär die Bestellung am 20. September 1948 auf zwei Flugzeuge: die SE.2410 als unbewaffneter Prototyp und die SE.2411 mit militärischer Ausrüstung. Knapp ein Jahr später änderte Sud-Est nach offizieller Weisung das zweite Exemplar zur SE.2415 mit verlängertem Rumpf und einer auf 32 Grad reduzierten Pfeilung der Tragflächen, um das Flugverhalten bei niedrigeren Geschwindigkeiten zu verbessern. Derweil erprobte SNCASE ein Modell der SE.2410 im Windkanal von Chalais-Meudon. Vorgesehene Flugtests mit verkleinerten Modellen entfielen aber aus finanziellen Gründen.


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