03.08.2017
Erschienen in: 01/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

SturzbomberDornier Do 217

Auch wenn die Dornier Do 217 ihrer bekannteren, kleineren Schwester Do 17 äußerlich ähnelt, so handelt es sich doch um einen völlig neuen Entwurf. Er entstand 1938 auf Anforderung des Reichsluftfahrtministeriums.

kl 01-2014 Dornier Do 217-01

Der Do 217-Prototyp V7 trug die zivile Registrierung D-ACBF. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Nach den Erfahrungen der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg, forderte das Reichsluftministerium einen bis 50 Grad sturzkampffähigen, mittleren Bomber mit verstärkter Abwehrbewaffnung. Die Dornier Do 217 entstand. Außerdem liefen Untersuchungen, die Do 217 auch als Do P 85, als sogenannte „Stuka See“, mit Schwimmern auszustatten.

Die erste Do 217, Werknummer 687, startete mit Egon Fath am Steuer Anfang Oktober 1938 zum Erstflug. Schon am 11. Oktober stürzte diese V1 nach einem Strömungsabriss am Leitwerk ab, woraufhin die nächsten sechs Prototypen Schlitze an der Leitwerksvorderkante erhielten, um die Anströmung zu verbessern. Die Do 217 galt fliegerisch als relativ schwerfällig und deutlich weniger manövrierfähig als ihre kleinere Vorgängerin Do 17. Dafür war sie robuster, besser bewaffnet und lag stabil in der Luft.

Die Do 217 wurde großserienfreundlich in sieben Sektionen und Ganzmetall- Schalenbauweise erstellt. Ihr zweiholmiger Ganzmetallflügel verfügte über eine Heißluftenteisung seiner Vorderkante. Elektrisch betätigte Spreizklappen an der Flügelhinterkante sorgten für gute Langsamflugeigenschaften. Hauptfahrwerk und Spornrad konnten elektrisch nach hinten eingefahren werden. Selbst der Pilotensitz konnte elektrisch verstellt werden. Das Hydrauliksystem aus der Do 17 wurde nicht mehr verwendet.

Die Do 217 krankte lange Zeit an der verspäteten Verfügbarkeit ihrer eingeplanten BMW 801 A-Doppelsternmotoren. Statt der jeweils 1560 PS starken BMW mit 14-Zylindern wurden anfangs zwei 1100 PS starke DB 601 A als Ersatz montiert. Um bei Sturzkampfangriffen nicht zu schnell zu werden, erhielt die Do 217 im Hecksteiß vier schirmartig ausfahrbare Luftbremsflächen. Diese bewährten sich jedoch nicht und wurden selten genutzt oder teilweise sogar stillgelegt und ausgebaut, weil ihr Einsatz Schäden an der Struktur des Rumpfhecks verursachen konnte.

Die erste Serienversion der Do 217 war die A-1. Acht Flugzeuge dieser Variante mit DB 601 A dienten als Fernaufklärer. Danach folgte bereits die Do 217 C, noch immer mit DB 601 A, von der fünf Flugzeuge gebaut wurden, um als Erprobungsträger für Bombenzielgeräte und Motoren verwendet zu werden.

Erst die Do 217 E wurde eine erfolgreiche Serienversion mit dem vorgesehenen  Triebwerk BMW 801 A. Die Do 217 E-1 war als Horizontalbomber und bewaffneter Aufklärer vorgesehen. Sie hatte vier Mann Besatzung, die im Cockpit und im Bug mit erweiterter Bodenwanne Platz fand. Der lange Bombenraum konnte sogar Torpedos aufnehmen.

Ergänzend zur Schirmbremse am Heck erhielt die Do 217 E-2 auch Sturzflugbremsen an den Flügelunterseiten zwischen Motorgondeln und Rumpf, die sich ebenfalls nicht bewährten. Versuchsweise erhielten einige Do 217 E-2 auch den Rüstsatz „Gießkanne“. Er bestand aus sechs, starr nach hinten gerichteten MG in den Motorgondeln, die auf 400 Meter Entfernung justiert waren und mit einem Rückblickfernrohr im Dach des Cockpits bedient wurden.

Für die Bekämpfung von Schiffen wurde die mit einer 20-Millimeter Bordkanone im Bug bewaffnete Version E-3 entwickelt, die zwei 750-Liter-Zusatztanks im Bombenschacht beförderte. 100 Stück wurden gebaut. Die Version E-4 war eine E-2 mit erhöhtem Abfluggewicht und „Gießkanne“. Auf die Mitnahme von zwei Henschel Hs 293-Gleitbomben unter den Flügeln war die Version E-5 spezialisiert. 65 Stück wurden gebaut.

Ab 1942 folgte die Baureihe Do 217 J, die als schwerer  Jagdbomber und Nachtjäger diente. Sie entstand durch den Umbau von E-Flugzeugen, die einen neuen, unverglasten Bug mit verkürzter Nase erhielten. 157 J-1 (Jabo) und J-2 (Nachtjäger) wurden umgebaut.


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Sebastian Steinke


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