06.11.2017
Erschienen in: 04/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

ErfolgsjägerSopwith F.1 Camel

Der Doppeldecker Sopwith Camel war mit 1294 bestätigten Abschüssen der erfolgreichste Jäger der Alliierten im Ersten Weltkrieg. Die Camel verdankt ihren Namen einer charakteristischen Ausbeulung auf ihrer Motorhaube.

kl 04-2014 Slopwith Camel (01)

Der Prototyp trug die Aufschrift „Sopwith Aviation Company Ltd., Kingston on Thames“ auf dem Leitwerk. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Der Doppeldecker Sopwith Camel war mit 1294 bestätigten Abschüssen der erfolgreichste Jäger der Alliierten im Ersten Weltkrieg. Die Camel verdankt ihren Namen einer charakteristischen Ausbeulung auf ihrer Motorhaube. Dieser „Höcker“ sollte ein Einfrieren der MG-Schlösser der beiden Maschinengewehre und damit Ladehemmungen in kalter Höhenluft verhindern. 

Die Camel entstand als Weiterentwicklung der Sopwith Pup. Am 22. Dezember 1916 stellte die Sopwith Aircraft Company den zunächst als F.1 bezeichneten Entwurf vor. Er war schwerer, stärker motorisiert und schneller als die Pup. Der Umlaufmotor der Camel erzeugte erhebliche Kreiselkräfte, die zu giftigen Flugeigenschaften führten. Dazu dürfte auch die sehr buglastige Massenverteilung beigetragen haben. Mit Flügeln, Motor, Tank, Waffen und Pilot befanden sich fast 90 Prozent der Masse innerhalb der vorderen zweieinhalb Meter Rumpflänge. Nach Strömungsabrissen ließ sich ein einmal begonnenes Trudeln nur noch sehr schwer ausleiten. Dennoch galt die Camel als sehr wendig und als fast ideales Luftkampfflugzeug, dem nur die noch wendigeren Fokker-Dreidecker gefährlich werden konnten.

Strukturell war die Camel ein konventionelles Flugzeug. Ihr Rumpf bestand aus einem drahtverspannten Kastenrahmen aus Holz. Der Bug war mit Aluminium beplankt, während der Rumpf seitlich des Cockpits eine Sperrholzbeplankung und das Heck eine Stoffbespannung erhielten. Eine Besonderheit der Camel war die nicht parallele Flügelstellung des stoffbespannten Tragwerks: Der obere Flügel wurde, aus Gründen der einfacheren Herstellung, durchgehend ausgeführt. Der untere Flügel wies dagegen eine deutliche V-Stellung auf. Der Camel-Prototyp verwandte einen Clerget-Motor mit 110 PS

kl 04-2014 Slopwith Camel (02)

Der Prototyp der Camel F.1 hatte keine Windschutzscheibe und noch keine Ausschnitte über dem Cockpit im einteiligen Flügel. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Später wurde ein auf 130 PS verbesserter Serienantrieb der gleichen Reihe genutzt. Die Motorbedienung über einen Benzinhahn und eine separate Gemischverstellung galt als kompliziert und übungsbedürftig. Ein Teil der frühen Serie erhielt anfangs auch ein Le-Rhône-Triebwerk mit 110 PS. Der Pilot saß relativ beengt zwischen den Flügelverstrebungen. Um die schlechte Sicht nach oben zu verbessern, gab es eine Aussparung und eine zusätzliche Öffnung in der oberen Tragfläche, die oft noch individuell erweitert wurde. Wegen der fehlenden Trimmung musste der Pilot während des Fluges relativ hohe ständige Ruderkräfte ertragen.

Die Stärke der Camel lag in ihren synchronisierten Vickers-Maschinengewehren, die erstmals bei einem britischen Jäger eingebaut wurden, und in deren Feuerkraft. Dank Munitionsgurten musste bei den Vickers-MG nicht alle 97 Schuss die Trommel gewechselt werden, wie es bei der S.E. 5 und deren Lewis- MG nötig war.

Nach mehreren Großaufträgen wurden die ersten 135 Camel, alle mit 130-PS-Triebwerken, bis Ende Juni 1917 an Royal Flying Corps und Royal Navy Air Service ausgeliefert. Ihre Feuertaufe erlebte die Camel über Dünkirchen, wo am 4. Juli 1917 fünf Camel 16 von einem Bombenabwurf über Harwich zurückkehrende Gotha attackierten. In der Schlacht von Ypern, Belgien, übernahm der Doppeldecker vorgeschobene Patrouillenflüge, Tiefflugangriffe und sogar Bombenabwürfe. Ab September suchte die Camel sogar nachts nach deutschen Bombern.


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Sebastian Steinke


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