18.09.2014
Erschienen in: 03/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Windenrettung und Shuttleflüge Sikorsky S-51: Die erste ihrer Art

Igor Sikorskys genialer Ingenieurleistung verdankt die Welt den Helikopter, so wie wir ihn heute kennen. Der Pionier aus Kiew war seiner Zeit stets voraus - auch mit der S-51. Mit ihr gelang 1945 die erste Windenrettung über See. Sie wurde der weltweit erste Helikopter für den zivilen Markt. Und sie war der erste Hubschrauber im Liniendienst.

Würde er heute Helikopter entwickeln, die Basisentwürfe würden sicher denen von damals ähneln. Igor Iwanowitsch Sikorsky (1889 – 1972) gelang mit seinem Prinzip, einen Heckrotor zum Ausgleich des Drehmoments zu verwenden, der endgültige Durchbruch des Drehflüglers. Lee S. Johnson, bis 1968 Sikorsky-Präsident, soll gesagt haben: „Bevor Sikorsky die VS-300 flog, gab es noch keine Helikopterindustrie; nachdem er sie geflogen hatte, war sie da“.

Und wie sie da war! Die frühen Entwicklungsjahre in den USA waren noch geprägt von Pioniergeist. Das Prinzip Sikorskys, erstmals erfolgreich am 14. September 1939 auf einer VS-300 von ihm selbst erflogen, etablierte sich schnell. Es war verlässlich, robust und bestens geeignet für militärische Verwendungen. Allerdings betonte der Urvater des klassischen Helikopterbaus, der bereits in seiner ukrainischen Heimat erfolgreich Flugzeuge entwickelt hatte und 1919 in die USA immigriert war, immer wieder, dass ihn die Entwürfe des Deutschen Henrich Focke sehr geprägt hatten, und er seine Ideen auf dessen Grundlagen erst erfolgreich weiterentwickeln konnte.

Während jedoch in Deutschland eine Stagnation in der Drehflüglerentwicklung eintrat, ging es in den USA mit Sikorsky zügig voran. Aus der VS-300 (VS stand für Vought-Sikorsky Division als Teil des United Aircraft Konzerns) wurden die Muster R-4, R-5 und R-6 weiter entwickelt. Das R stand für Rotorcraft und wurde 1948 in H für Helicopter umgewandelt. Bereits der Prototyp XR-4 (ursprünglicher Name VS-316A), ein für die US Army entwickelter Beobachtungs- und Evakuierungshubschrauber, verfügte über ein verglastes Cockpit und zwei nebeneinander angeordnete Sitze.


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Renate Strecker


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