20.05.2014
Klassiker der Luftfahrt

AT-16 der Schweizer Luftwaffe fliegt wiederDer Verschrottung entgangen

Eigentlich sollte sie verschrottet werden. Doch dann wurde eine der drei letzten AT-16ND/Harvard der Schweizer Luftwaffe gerettet. Seit einigen Monaten fliegt sie wieder.

AT-16 der Schweizer Luftwaffe

Top restauriert präsentiert sich die AT-16ND heute wieder in ihrem alten Glanz. Foto und Copyright: Gandet  

 

Der ehemalige Trainer der Schweizerischen Luftwaffe mit der Kennung U-323 ist eines von 40 Flugzeugen dieses Typs, die 1969 stillgelegt wurden. Im Jahr 1942 war er als AT-16ND/Harvard Mk.IIB von der kanadischen Firma Noordyn für die RCAF gebaut worden. 1946 gelangte das Flugzeug nach Holland zu Fokker/Aviolanda, die den revidierten Trainer der Schweiz zum Kauf anboten. 1948 erwarb die Schweizerische Fliegertruppe 40 Exemplare, die hauptsächlich als Instrumentenflug-Trainer im Einsatz waren. Nach der Ausmusterung entgingen sieben der Flugzeuge dem Schrotthammer. Drei davon sind heute noch vorhanden. Neben der U-323 sind das die D-FHGK von Walter Eichhorn und die U-328, die im Fliegermuseum Dübendorf ausgestellt ist.

Schweizer AT-16 mit Rauchanlage

Für die Vorführung auf Airshows wurde die AT-16ND mit einer Rauchanlage ausgerüstet. Foto und Copyright: Gandet  

 

Seit Ende August 2013 fliegt die U-323 wieder. Ursprünglich war sie als künftiges Museumsflugzeug eingelagert, dann aber zur Verschrottung vorgesehen worden. Auf Initiative von Max Vogelsang wurde sie 2001 vor diesem unrühmlichen Schicksal gerettet. Vogelsang hat viel Erfahrung mit Warbirds. Gut 13 Jahre flog er seine P-51D Mustang „Double Trouble Two“ bei Airshows vor. 1995 baute er zusammen mit Peter Zweifel von der Firma SkyParts die heute einzige flugfähige Morane D-3801 der Schweizerischen Luftwaffe auf. Dieses Ziel wollten beide auch beim Aufbau der AT-16 erreichen. Korrosion hatte arg an ihrer Beplankung und Flügelstruktur genagt. Viele Komponenten mussten neu angefertigt werden.

Aus Gewicht-Spargründen wurde viel militärische Ausrüstung entfernt. Der Sternmotor, ein Pratt & Whitney Wasp Neunzylinder, wurde in den USA komplett überholt. Äußerlich ist die AT-16 heute mit U-323 der Schweizer Luftwaffe bis ins kleinste Detail identisch.



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