02.10.2017
Erschienen in: 03/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Vom Prop zum Jet (Teil 3) J 21A: Saabs erster Jäger

kl 03-2012 Saab J 21R (06)

Um die J21 kurzfristig mit Strahlantrieb umsetzen zu können, wurden zunächst mehrere Saab J21 A so verändert, dass ein Strahltriebwerk eingebaut werden konnte. Foto und Copyright: Saab  

 

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Nachdem sich die Flygvapnet zunächst mit Importen und der in Rekordzeit selbst entwickelten J 22 beholfen hatte, erhielt Saab 1941 grünes Licht für den Bau ihrer J 21. Schon 1939 hatte Saab der Flygvapnet das von Frid Wännström in nur zehn Tagen skizzierte Modell L13 angeboten, doch erst mit der Verfügbarkeit des flüssigkeitsgekühlten Daimler-Benz DB 601 zeigten sich die Beschaffungsbehörden von der Realisierbarkeit eines Pushers mit Doppelleitwerk überzeugt. Im April 1941 beauftragten sie das Unternehmen mit der Entwicklung der J 21, die schließlich am 30. Juli 1943 mit Claes Smith am Steuer zu ihrem Erstflug startete. Dabei rollte die Maschine durch einen Zaun und fast in einen Graben, bevor sie in die Luft kam. Bei der Landung knickte dann das angebrochene Fahrwerk ein, was zu einigen Beschädigungen führte.

Flugerprobung und Serienvorbereitung zogen sich deutlich länger hin als zunächst gedacht, so dass die ersten J 21 erst im Sommer 1945 ausgeliefert wurden. Drei Jagdgeschwader – F9, F12 und F15 – waren bis 1953 mit der Maschine ausgerüstet, die angesichts des Siegeszugs des Strahlantriebs von Anfang an veraltet war. Deshalb wurde die J 21 auch für den Einsatz gegen Bodenziele modifiziert und dann als A 21 bezeichnet. Diese Version war ab 1948 verfügbar und wurde bei den Geschwadern F6 und F7 verwendet. Sie konnte Raketen und bis zu 500 Kilogramm schwere Bomben mitführen. Die letzten kolbenmotorgetriebenen Saab J A21 gingen Anfang 1949 an die Flygvapnet. Insgesamt fertigte das Unternehmen in Trollhättan und Linköping 302 Flugzeuge.

Trotz ihrer ungewöhnlichen aerodynamischen Auslegung hatte die Maschine eine recht konventionelle Metallstruktur. Die Kühler für den DB 605 hatte man in den Innenflügeln untergebracht. Sie waren allerdings recht knapp dimensioniert, so dass die Piloten sehr darauf achten mussten, eine Überhitzung zu vermeiden. Für den sicheren Ausstieg über den Propeller und das Leitwerk hinweg entwickelte Saab eigens einen raketengetriebenen Katapultsitz.


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