14.11.2013
Klassiker der Luftfahrt

Restaurationsprojekt Lockheed Super Star"Blechkünstler" an der Super Star

Das Lockheed Super Star-Projekt ist ein einzigartiger Katalysator für das in der Lufthansa Technik Gruppe vorhandene Fachwissen. Sei es die Produktion der Rumpfspanten, die Überholung der Fahrwerke oder das Punktschweißen von Türelementen: Immer wieder stellen Facharbeiter und Ingenieure des Konzerns ihr herausragendes Können im Rahmen des Super Star Projektes unter Beweis.

gyula-nagy

Der "Blechkünstler" Gyula Nagy ist unverzichtbar bei den Arbeiten an der Lockheed Super-Star. © LHT  

 

Ein gutes Beispiel für diesen Wissenspool innerhalb der Lufthansa Gruppe ist das von Lufthansa Technik Budapest nach Auburn entsandte Team. Die derzeit fünf vor Ort tätigen Metallfacharbeiter sowie eine Metallfacharbeiterin sind überwiegend mit der Anfertigung von Rumpfblechen befasst. Mit Hilfe eines sogenannten „English Wheel“ werden diese direkt neben dem Flugzeug in der Produktionshalle in die entsprechende Form gebracht. Der delphinartig geschwungene Rumpf mit seinen unterschiedlichsten Radien und Biegungen fordert hierbei täglich das ganze Können des ungarischen Teams.

Lange Zeit warf die notwendige Neuanfertigung des äußerst komplex geformten, hinteren Super Star-Druckschotts Fragen auf. Erste Versuche scheiterten, bis Gyula Nagy (46) von Lufthansa Technik Budapest seine Hilfe anbot und sich als wahrer Künstler seines Fachs erwies. Binnen ganzer drei Wochen fertigte er unter Einhaltung aller strikten Vorgaben des Projekt-Engineerings und der FAA an, was zuvor als fast unmöglich erschien. Nach seinem Erfolgsrezept befragt, erklärt Gyula Nagy: „Bevor ich im Jahr 2002 bei Lufthansa Technik Budapest begann, arbeitete ich in einem familieneigenen Karosseriebetrieb. Dort lernte ich, Bleche optimal in Form zu bringen.“

Das Geheimnis seines Erfolgs besteht prinzipiell darin, die zu formenden Bleche in einen selbst gefertigten Holzrahmen zu spannen, wodurch sie ihre Stabilität bei der manuellen Bearbeitung bewahren. Die unter allen qualitativen und sicherheitsrelevanten Aspekten hervorragende Ausführung ist ausschließlich seinem persönlichen Talent zu verdanken. Dies stellte er zudem bei der Fertigung des Türrahmens für die Crewtür 1 rechts unter Beweis. Aus einem Stück entstand scheinbar mühelos sein „Kunstwerk“, das ebenfalls lange Zeit ohne Tiefziehpresse kaum produzierbar schien.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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