01.07.2015
Erschienen in: 05/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

ReparaturberichtJunkers F 13 Reparatur

Eine Junkers F 13 der Schweizer Fluggesellschaft Ad Astra Aero verunglückt 1928 bei Chapelle. Die Schäden sind erheblich. Doch in der Junkers-Reparaturwerft in Fürth wird das Flugzeug wieder hergerichtet. Ein Beitrag auf Grundlage des originalen Reparaturberichts.

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Es ist der 15. Mai 1928. Mit einem Knall stellt der BMW IV einer Junkers F13 der Schweizer Fluggesellschaft Ad Astra Aero in der Nähe der Ortschaft Chapelle seinen Dienst ein. Der Pilot muss sich sofort für ein Notlandefeld entscheiden. Das gelingt ihm zwar noch, doch beim Aufsetzen werden Rumpf und Flügel schwer beschädigt.

In der Schweiz gibt es drei Ortschaften namens Chapelle, doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit machte die F 13 „Specht“, die als CH 92 registriert war und die Werknummer 587 hatte, bei Chapelle-sur-Moudon Bruch. Eindeutige Belege dafür lassen sich zwar auch bei einer Recherche im Schweizer Bundesarchiv nicht finden, doch Chapelle-sur-Moudon liegt genau auf der Strecke zwischen Genf und Zürich, die seinerzeit von der Ad Astra Aero beflogen wurde.

Besatzung und Passagiere scheinen bei dem Unfall weitgehend ungeschoren davongekommen zu sein. Das Eidgenössische Luftamt schickt sofort einen Kontrollingenieur zur Unfallstelle. Schon am Tag darauf übermittelt es seinen Bericht an Ad Astra Aero. Ein gebrochener Zylinder des BMW IV, den diese F 13 im Jahr 1926 anstelle des BMW IIIa erhalten hatte, war ursächlich für den Motorausfall. Es scheint nicht der erste derartige Fall gewesen sein zu sein. In dem Schreiben, das heute im Schweizer Bundesarchiv lagert, geht es jedenfalls auch darum, ob der BMWMotor weiterhin verwendet werden sollte.

Der defekte Zylinder wird zur Prüfung der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Versuchsanstalt) übergeben. Deren Bericht vom 26. Juni 1928 kommt zu dem Schluss, dass die verwendete Metalllegierung nicht optimal war.

Schon zwei Wochen nach dem Unfall, am 29. Mai 1928, bringt Ad Astra Aero die beschädigte F 13 per Bahn zur Junkers-Reparaturwerft in Fürth. Die Verbindung zwischen Junkers und der Fluggesellschaft ist eng. 1920, schon kurz nach der Gründung, vercharterte Junkers den Schweizern zwei F 13. Als Ad Astra Aero 1922 in finanzielle Probleme geriet, übernahm Junkers 50 Prozent der Gesellschaft und brachte dazu im Gegenzug vier F 13 ein, unter anderem die CH 92.

Ebenfalls seit 1922 war Junkers am Flughafen Fürth-Nürnberg aktiv. Zunächst mit einem Stützpunkt des Junkers-Flugverkehrs, später mit einer zentralen Wartungs- und Reparaturwerft. Auch F 13 und G 24 fertigte Junkers dort zeitweise. Allerdings gab das Unternehmen 1929 den Werftstandort wieder auf.

Nach der Bestandsaufnahme der Rumpfund Flügelschäden kalkuliert die Werft einen Arbeitsaufwand von 2025 Mannstunden für die Reparatur. Selbst aus heutiger Sicht erscheint das angesichts der doch erheblichen Schäden nicht als zu viel. Schließlich stehen die Blechspezialisten schon allein beim Rumpf vor der Aufgabe, die komplette Hecksektion neu aufbauen zu müssen. Auch die Front mit der Motoreinheit ist beschädigt. Viel Arbeit wartet auch, die geknickte rechte Tragfläche zu reparieren.


WEITER ZU SEITE 2: Die Blecharbeiten an der F 13 verlangten hohe Präzision

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