25.04.2017
Erschienen in: 05/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Zweiter WeltkriegRaketenjäger „Julia“ - Heinkels geheimes Projekt P 1077

Mit dem massenhaften Einsatz einfacher Kleinst-Raketenjäger sollte sich die Luftwaffe in der Endphase des Krieges gegen die alliierten Bomberpulks stemmen. Heinkel arbeitete zu diesem Zweck an einem Geheimprojekt, das unter den Decknamen „Julia“ lief.

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Der Plan verrät den Realitätsverlust in den Nazi-Führungskreisen: Der Krieg war 1944 objektiv schon längst verloren, als immer noch Ideen für Objektschutzjäger gefordert wurden. Die Bachem Natter war eine der Antworten darauf. Heinkel hingegen startete die Entwicklung des Projektes P 1077, Deckname „Julia“. Nur wenige verlässliche Quellen gibt es zu diesem Geheimprojekt. Die wichtigsten sind eine Projektbeschreibung vom 16. November 1944, verschiedene vom 15. Oktober desselben Jahres datierte Zeichnungen sowie Leistungs- und Typenblätter aus dem gleichen Zeitraum. Die Pläne sind verschollen.
           

Ziele

Die Projektbeschreibung umriss die Ziele der Entwicklung. Man benötigte ein simples Fluggerät, das nicht auf Flugplätze angewiesen war und in Massen eingesetzt werden sollte. Es sollte möglichst einfach zu fliegen sein, um auch von eiligst und somit schlecht ausgebildeten Piloten beherrschbar zu sein. Neben dem Horizontalstart war vorgesehen, den Kleinstjäger von mobilen Startrampen aus im Steilstart in die Luft zu bringen. Angesichts der herrschenden Materialengpässe und der Notwendigkeit, in kürzester Zeit große Stückzahlen fertigen zu können, musste das Flugzeug bis an die Grenze der Zweckmäßigkeit klein und problemlos zu bauen sein. Zudem sollte es dezentral in kleinsten Tischlereien und teilweise in Heimarbeit gefertigt werden können. Entsprechend der Vorgabe wurde die gesamte Zelle in Holzbauweise konstruiert.


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hm
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