08.03.2018
Klassiker der Luftfahrt

USS LexingtonPaul G. Allen findet Wrack der USS Lexington

Nach über 76 Jahren am Grund des Meeres, hat eine Expedition, die von Microsoft-Mitbegründer Paul G. Allen finanziert und geleitet wird, das Wrack der USS Lexington vor Australien entdeckt. Der Flugzeugträger wurde zusammen mit einigen Flugzeugen am 4. März 2018 in einer Tiefe von 3000 Metern gefunden.

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Die Grumman F4F-3 Wildcat liegt zwischen weiteren Flugzeugwracks. Foto und Copyright: Paul G. Allen  

 

Sie war einer der ersten Flugzeugträger der USA und lief am 3. Oktober 1925 vom Stapel. 22 Jahre spät, am 8. Mai 1942 sank die USS Lexington 500 Seemeilen östlich von Australien in der "Korallen-See". Der Versenkung war eine der ersten Seeschlachten, bei der sich Schiffe bekämpften, ohne einander zu sehen. Die Lexington und ihre Besatzung kämpften von 4. bis 8. Mai 1942 zusammen mit der USS Yorktown und der Begleitflotte gegen drei japanische Flugzeugträger. Nach vier Tagen erbitterter Kämpfe, bei denen die Flugzeuge der Lexington den japanischen Träger Shōhō versenkten, trafen zwei japanische Torpedos die "Lex" auf der Steuerbordseite und drei Bomben tragen das Deck. Es schien, als sei der Schaden unter Kontrolle und der Flugbetrieb konnte wieder aufgenommen werden. Doch dann erschütterte eine starke Explosion das Schiff. Treibstoffdämpfe hatte sich entzündet und das Feuer war außer Kontrolle. Um 17:07 befahl Captain Sherman das Schiff aufzugeben. Um den finalen Stoß zu bekommen, schoss der amerikanische Zerstörer Phelps insgesamt sechs Torpedos auf das brennende Schiff, was unter einer letzten Explosion, mit 35 Flugzeugen ab Bord, im Korallen-Meer versank. 

76 Jahre später

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Der Kontrollraum an Bord des Forschungsschiffs Petrel. Foto und Copyright: Paul G. Allen  

 

Für 76 Jahre sollte der Träger von der Bildfläche verschwinden, bis Microsoft-Mitbegründer Paul G. Allen mit seiner Crew und dem Forschungsschiff "Petrel" das Wrack etwa 500 Meilen östlich von Australien entdeckte. In 3000 Metern Tiefe liegen die Wrackteile in einem großen Areal verstreut. Doch dank der Ausrüstung an Bord der "Petrel", zu der auch ein Kamera-U-Boot gehört, welches bis zu 6000 Meter tief tauchen kann, gelang es große Teile der Lexington zu entdecken und zu identifizieren.

Seltene US. Navy-Jäger

Für Luftfahrt-Enthusiasten wird es auch interessant, denn nebem dem Schiffswrack entdeckte die Mission auch gleich noch die Überreste von elf historischen Flugzeugen. Dabei handelt es sich um sieben Douglas TBD-1 Devastator, drei Douglas SBD-3 Dauntless und eine Grumman F4F-3 Wildcat. Letztere ist in so gutem Zustand, dass auf dem Rumpf sogar noch das Wappen der VF-3 Einheit und vier Abschussmarkierungen zu erkennen sind. Bei der Maschine handelt es sich vermutlich um das Flugzeug des späteren Fliegerass Noel Gayler. 

 

"Der USS Lexongton und den mutigen Männern, die auf ihr dienten unseren Respekt zu zollen ist uns eine Ehre. Als Amerikaner haben wir ihnen viel zu verdanken." so Allen über den sensationellen Fund. Es ist übrigens nicht der erste Schiffsfund der Mannschaft. In den vergangenen Jahren konnten die USS Indiannapolis, die USS Ward, die USS Astoria, das japanische Schlachtschiff Musashi und den italienischen Zerstörer Artigliere finden.

Ob Allen plant, einige der Flugzeugwracks für sein Flying Heritage & Combat Armor Museum in Seattle zu bergen ist derzeit nicht bekannt. 



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