25.10.2018
Klassiker der Luftfahrt

Mitsubishi A6M3 ZeroZero steht zum Verkauf

Die Schweizer Firma Boschung Global Aviation hat einen echten Exoten, in Form einer Mitsubishi Zero, in sein Portfolio aufgenommen. Die Firma, die bekannt wurde durch den Kauf der Connie Edwards Buchón-Sammlung, bietet den 1942 gebauten Jäger über seine Webseite an.

Mitsubishi A6M3 Zero_Boschung

Die Zero fliegt mit einem amerikanischen Pratt & Whitney R-1830-Motor. Foto und Copyright: Boschung Global Aviation  

 

Die Mitsubishi A6M3 Zero, mit der Werknummer 3858, hat seit seiner Herstellung im Jahr 1942 einen langen und bewegten Weg hinter sich. Über die Einsatzgeschichte ist heute leider nur noch wenig bekannt. Belegbar ist jedoch, dass die Zero zur 3. Marineflieger Gruppe gehörte. Während der Dienstzeit wurde es beschädigt und final neben der Landebahn des Babo Flugfelds in Neuguinea zurückgelassen wurde. Zusammen mit anderen Wracks wurde es dort vergessen und erst 1993 durch einen Flugzeug-Verwerter endeckt wurde. Eine Bergung wurde im Anschluss durchgeführt und so kam die 3858 zusammen mit zwei weiteren Zero-Wracks in der Museum of Flying in Santa Monica. 

Mitsubishi A6M3 Zero_Boschung_Japan

Die Zero flog 2016 nochmals über Japan. Foto und Copyright: via Boschung Global Aviation  

 

Nach der Bewertung und der Erkenntnis, dass die schwer beschädigten Wracks komplett neu aufgebaut werden müssen, wurde beschlossen, einen Vertrag mit Flight Magic Inc. aus Santa Monica abzuschließen und die Überreste nach Russland zu bringen, wo Flight Magic bereits neue Yak-Jäger in Produktion hatte. Glücklicherweise konnten die russischen Ingenieure ein komplettes Set von Originalzeichnungen beschaffen, um das Design, die Form, das Gewicht und die Flugeigenschaften des Zero nachzubilden. Mit dem Ziel, diese alten Krieger in den Himmel zu bringen, konnte die Sicherheit des Piloten und des Flugzeugs nicht beeinträchtigt werden, folglich war eine neue tragende Struktur notwendig. Originalteile wurden wo immer möglich in Bereichen wie den Cockpits verwendet, die eine authentische Endbearbeitung haben.

Die wiederaufgebauten Zeros kehrten 1997 in die USA zurück, wo sie ihre neuen Motoren bekamen.  Angesichts der Tatsache, dass originale Sakae-Triebwerke ebenso selten waren wie das Flugzeug selbst, wurde beschlossen, ein ähnlich großes Kraftwerk zu installieren, um den schlanken Linien des Kampfflugzeugs treu zu bleiben.  Dies war eines der zuverlässigsten Sternmotoren aller Zeiten, der Pratt & Whitney R-1830, die speziell für die eng anliegenden Motorhauben angepasst wurde.    Die 3858 flog erstmals wieder im Jahr 2000 und fand sich als Star der großen Leinwand wieder. Sie flog viele Stunden für den Film "Pearl Harbor" und trägt noch heute das Farbschema, das im Film zu sehen ist.

Im Jahr 2010 wurde die Zero nach Japan verkauft, und der Besitzer war entschlossen, die Zero in seine Heimat zurückzuholen und sie zu fliegen, um das Erbe der damaligen Piloten zu ehren. 2015 war es dann auch soweit. Nach einem Jahr, in dem der Jäger bei verschiedenen Sonderveranstaltungen gezeigt wurde, gab der Besitzer das Flugzeug in die USA zurück und entschied, dass es an der Zeit ist, das Flugzeug an einen neuen Besitzer weiterzugeben.  Er hat den Verkauf seiner geliebten Maschine in die Hände eines Unternehmens gelegt, dem er vertraut, Boschung Global Ltd.. Die Zero wird mit einem detaillierten Logbuch angeboten, in dem alle Arbeiten und Zertifizierungen sowie die Option eines separaten Original-Sakae-Motors aufgeführt sind.  Da eine solche Rarität auf den Markt kommt, ist es sicher, dass sie nur für eine sehr begrenzte Zeit verfügbar sein wird. Ein Preis wird übrigens nicht genannt. 

 

Weitere Infos findet man auf der Seite von Boschung Global. Dort finden sich auch einige Luftwaffen-Klassiker. 



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Klassiker der Luftfahrt 2/2019

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07.01.2019

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