19.01.2018
Erschienen in: 01/ 2015 FLUG REVUE

Bestseller, der keiner warNorthrop F-20 Tigershark

„Das richtige Flugzeug zur falschen Zeit“, titelte die Fachpresse nach der Einstellung des F-20-Programms. Trotz vielversprechender Leistungen konnte die Northrop F-20 Tigershark keine Käufer finden und musste sich der F-16 geschlagen geben.

Das Rezept klingt einfach: Man nehme eine bewährte Flugzeugzelle und kombiniere sie mit einem neuen Triebwerk und moderner Avionik. Heraus kommt ein hervorragender Hochleistungsjäger für vielfältige taktische Aufgaben. Zu diesem Schluss kam jedenfalls eine Werbebroschüre des traditionsreichen US-Flugzeugbauers Northrop. Auch das eigene Management glaubte an die Vorteile der Northrop F-20 Tigershark und investierte bis 1986 rund 1,2 Milliarden Dollar. Die Firma finanzierte den Jet komplett aus eigenen Mitteln, obwohl der Anstoß vom US-Verteidigungsministerium gekommen war.

Aufgrund der allerorts steigenden finanziellen Belastungen riefen die USA das F-X-Programm (Intermediate Export Fighter Aircraft) ins Leben, um befreundete Nationen mit einem günstigen, aber leistungsfähigen Kampfflugzeug zu versorgen. Der Jäger sollte zwischen der F-5E und der F-16 angesiedelt sein. Daraufhin schlugen Northrop die F-5G und General Dynamics die vereinfachte, mit dem J79-Triebwerk ausgestattete F-16/79 vor. Das Pentagon verzichtete aber auf eine eigene Bestellung. Trotzdem wollte man die Exportbemühungen der Hersteller unterstützen. Als „Vorzugskandidaten“ für eine Beschaffung identifizierte man Ägypten, Bahrain, Indonesien, Jordanien, Malaysia, Oman, die Philippinen, Saudi-Arabien, Thailand, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate.


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Patrick Hoeveler


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