05.09.2017
Erschienen in: 05/ 2013 FLUG REVUE

Geschwindigkeit zählt (Teil 2) Rekord und tödlicher Absturz in der Erprobung

NAA - F-100 USAF -012 (jpg)

Die ersten Serienmaschinen besaßen ein verkleinertes Seitenleitwerk, das jedoch zu mehreren Unfällen führte. Daraufhin bekamen alle F-100A eine größere Version. Foto und Copyright: US Air Force  

 

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Nur zwölf Tage später folgte die erste F-100A aus der Serienfertigung (Kennung 52-5756). Trotz der Kritik der Piloten bekam sie im Gegensatz zu den Prototypen ein kürzeres Seitenleitwerk, um das Gewicht und den aerodynamischen Widerstand zu reduzieren. Dies sollte sich später als fatal erweisen. Wie schnell der neue Jet war, zeigte Colonel Frank „Pete“ Everest am 29. Oktober 1953, als er mit 1215 km/h über einen 15-Kilometer-Kurs einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord aufstellte.

Schon am 29. September 1954 stellte die Air Force den 479th Fighter Wing auf der George AFB in Kalifornien mit der F-100A auf. Ein schwerer Rückschlag war allerdings der tödliche Unfall von George Welch am 12. Oktober 1954. Bei einem Testflug mit der neunten F-100A war das Flugzeug bei hoher Geschwindigkeit ins Gieren geraten. Welch hatte mit dem zu kleinen Seitenruder nicht mehr korrigieren können; er verlor die Kontrolle, und das Flugzeug brach in der Luft auseinander. Darauf musste North American reagieren und modifizierte die inzwischen mehr als 70 gebauten F-100 mit einem um 27 Prozent vergrößerten Seitenleitwerk und einer um 66 Zentimeter vergrößerten Spannweite. Der Flugbetrieb ging zunächst weiter, bis sich die USAF schließlich nach insgesamt sechs Abstürzen mit zwei Todesfällen entschloss, die Super Sabre bis zum Ende der Überarbeitungsmaßnahmen im Februar 1955 auf dem Boden zu lassen.

Derweil hatte sich innerhalb der Air Force die Überzeugung durchgesetzt, dass sich die F-100 eher für den Einsatz als Jagdbomber eignete. Zahlreiche der 203 gefertigten F-100A wurden daraufhin an Taiwan abgegeben. Gleichzeitig gab man die F-100C in Auftrag, die als Nachfolger der F-84F für Bodenangriffe optimiert werden sollte. Sie erhielt neue Avionik, vier zusätzliche Außenlaststationen sowie Treibstofftanks in der Tragfläche und eine Luftbetankungssonde. Das Tempo blieb weiter hoch: Der Erstflug fand am 17. Januar 1954 statt, und die Fertigung von insgesamt 476 Jets war bereits im Juli 1956 abgeschlossen. Da folgte schon die nächste, wiederum verbesserte Version: Die F-100D zeichnete sich durch ein nochmals ver-längertes Seitenleitwerk aus. Eine erhöhte Startmasse machte Landeklappen notwendig. Auch kleine Grenzschichtzäune auf dem Flügel kamen zum Einsatz. Bisher hatten sich die Landungen aufgrund der hohen Anfluggeschwindigkeit als relativ anspruchsvoll erwiesen. Die F-100D (Erstflug am 24. Januar 1956) wurde mit 1274 Exemplaren zur meistgebauten Variante der Super Sabre.

Die anfänglich hohe Unfallrate ließ den Ruf nach einem Trainer immer lauter werden. Resultat war die zweisitzige F-100F, deren erste Serienmaschine am 7. März 1957 zum Jungfernflug startete. Insgesamt produzierte North American 2294 Exemplare der F-100, einen Teil davon neben Inglewood auf einer zweiten Produktionslinie in Columbus, Ohio.


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Patrick Hoeveler
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