05.09.2017
Erschienen in: 05/ 2013 FLUG REVUE

Geschwindigkeit zählt (Teil 3) Gefährliche Einsätze im Vietnamkrieg

NAA - F-100 USAF -003 (jpg)

Zwei F-100D Super Sabre beim Start. Sie tragen den im Vietnamkrieg eingeführten Tarnanstrich. Foto und Copyright: US Air Force  

 

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Die Bewährungsprobe ließ nicht lange auf sich warten: Nach ersten Einsätzen in Laos dienten die F-100 im Vietnamkrieg ab 1965 zunächst noch als Eskorte für Angriffe in den Norden des Landes. Schon bald ersetzte die F-4 Phantom das Muster in dieser Rolle. Die Super Sabre wurde schließlich primär zu Angriffen im Tiefflug eingesetzt, und zwar zur Unterstützung der eigenen Truppen über Südvietnam. Die Jagdbomber flogen hauptsächlich von vier Basen aus: Biên Hòa, Phan Rang, Phu Cat und Tuy Hoa. In der Regel verlegten Staffeln aus den USA zeitweise für mehrere Monate nach Südostasien.

Der Doppelsitzer F-100F fand dabei gleich in zwei neuen Rollen Verwendung: als Forward Air Controller (FAC) in Gebieten hoher Bedrohung, die für langsamere Flugzeuge wie die OV-10 Bronco zu gefährlich waren, und als Wild-Weasel-Flugzeug zur Unterdrückung der gegnerischen Luftabwehr. Letztere Maschinen ließen sich an den kleinen Antennen der Radarwarn- und Verfolgungssensoren AN/APR-25 und -26 unter der Nase und am Leitwerk erkennen. Je eine „Hun“, wie die F-100 von ihren Besatzungen genannt wurde, flog von Korat in Thailand in einem sogenannten Hunter-Killer-Team mit drei F-105. Ab 1966 lösten speziell umgerüstete Thunderchiefs die Super Sabre in dieser Mission ab.

Insgesamt waren zeitweise bis zu 490 F-100 in Südvietnam stationiert. Bis Anfang 1971 flogen die Super Sabres 360283 Kampfeinsätze, mehr als jedes andere US-Flugzeug im Vietnamkrieg. Dabei gingen 186 Maschinen durch Bodenfeuer, sieben bei Angriffen des Vietcong auf die Basen und 45 bei Unfällen verloren. Nach dem Krieg flog die Super Sabre noch bis November 1979 bei verschiedenen Einheiten der US Air National Guard. Doch auch danach hatte sie nicht ausgedient: Ab 1982 rüsteten Sperry und später Tracor 299 Jets als Ersatz der Delta Dagger zu QF-100-Drohnen um.

Außerhalb der USA gab es nur vier Nutzer: Ab 1958 nahm Frankreich 88 F-100D und 14 F-100F entgegen; sie blieben bis Dezember 1978 im Dienst. Noch länger, nämlich bis September 1984, setzte Taiwan die Super Sabre ein (118 F-100A, vier RF-100A und 14 F-100F). Dänemark bezog 20 gebrauchte F-100D/F und 31 neue F-100D sowie 21 weitere F-100F. Der letzte Flug fand am 11. August 1982 statt. Am längsten diente das Muster in der Türkei, nämlich bis zum 1. November 1987. Mit 270 Exemplaren wurde das Land auch der größte internationale Nutzer (111 F-100C, 106 F-100D, 53 F-100F). In Deutschland war der Überschalljet sogar noch bis zum Jahr 2002 zu sehen: In Wittmund flogen einige Maschinen des Privatunternehmens Tracor als Zieldarsteller.


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Patrick Hoeveler
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