27.10.2017
Klassiker der Luftfahrt

Russischer ReckeMil Mi-12: Gigantische Rekorde mit dem größten Hubschrauber der Welt

Technisch gesehen war die Realisierung des weltweit größten jemals gebauten Hubschraubers aus dem Hause Mil eine Meisterleistung, doch wirtschaftlich gerieten die Entwicklungsarbeiten zu einem Fiasko. Aufwand und Nutzen im Betrieb hätten sich niemals die Waage gehalten.

Anfang 1967 begannen beim Konstruktionsbüro Mil unter Führung von Marat Tischtschenko die Projektierungsarbeiten an einem neuen, riesigen Schwerlasthubschrauber, der alles bisher auf diesem Gebiet Dagewesene in den Schatten stellen sollte. Dabei lag ein offizieller Auftrag zur Schaffung eines solchen Luftfahrzeuges gar nicht vor, doch spiegelte seine Entwicklung ziemlich genau die Situation in der Sowjetunion der späten sechziger Jahre wieder.

Mil & Genossen wollten mit dem neuen Muster zum Einen einen Beitrag zur Erschließung der reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen im Hohen Norden und Fernen Osten der Sowjetunion leisten, Gebieten dauerhaften Frostes, die nur auf dem Luftwege zu erreichen waren. Ihrer Meinung nach war das nur möglich, wenn Transportmittel immer größerer Zuladung zur Verfügung stünden.

Zum Anderen waren sie sich der propagandistischen Wirkung des Gelingens eines solchen Vorhabens und damit der wohlwollenden Duldung seitens „der Obrigkeit“ sehr wohl bewusst, das ein Instrument des Kalten Krieges sein und der Welt die Überlegenheit des sozialistischen Systems beweisen sollte. Dabei bezweifelte niemand die Fähigkeit der kapitalistischen Konkurrenz, einen ähnlichen Giganten zu bauen, und auch die Möglichkeiten dazu, wenn nur der Bedarf des Marktes dafür angemeldet würde.


WEITER ZU SEITE 2: Kein Bedarf für die sozialistische Spitzenleistung

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Matthias Gründer


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