03.08.2018
Klassiker der Luftfahrt

Messerschmitts Projekt Me 408Mit 700 km/h von Haus zu Haus

Es sollte kein Wunschtraum mehr bleiben, mit 700 km/h von Haus zu Haus zu fliegen. Professor Willy Messerschmitt projektierte Mitte der 60er Jahre den "Roto-Jet" Me 408, der wirtschaftlicher als alle anderen Senkrechtstarter-Konzepte und schneller als jeder Hubschrauber fliegen sollte.

Das neue Messerschmitt-Projekt trug die Bezeichnung Me P. 408 Rotor-Jet und war als sechssitziges Geschäftsreise- und Verbindungsflugzeug ausgelegt. Die große Neuerung des Ganzmetall-Hochdeckers waren zwei Hubrotoren an den Flügelenden, die das ganze Flugzeug wie einen Hubschrauber senkrecht in die Luft heben und ebenso zur senkrechten Landung zu Boden bringen können. Hatte das Flugzeug vom Boden abgehoben, sollte es zunächst wie ein Hubschrauber auf Kurs gehen. Bei Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit sollten die bis dahin über Fernwellen vom Triebwerk angetriebenen Rotoren vom Antrieb abgekoppelt werden, um dann mit positivem Anstellwinkel in einem „Tragschraubermodus“ weiter Auftrieb zu erzeugen. Im Reiseflug sollte der „Rotor-Jet“ dann ganz auf den Auftrieb durch die Rotoren verzichten können und als normaler Jet mit einer Geschwindigkeit bis zu 750 km/h weiterfliegen. Um den schädlichen Luftwiderstand der Rotoren auszuschalten, sollten diese nach dem Übergang in den Reiseflug sich zusammenfalten und in zwei Außenbehältern an den Flügelenden, die gleichzeitig als Treibstofftanks dienen sollten, einfahren. Nun hatte das neue Messerschmitt-Flug­zeug ganz das Aussehen jedes normalen Jets und sollte auch dessen hohe Reisegeschwindigkeiten erreichen.

Zur senkrechten Landung sollten bei verminderter Geschwindigkeit die Rotorblätter aus ihren Behältern ausfahren, das Flugzeug sich im Übergang zum Langsamflug wieder zu einem Hubschrauber verwandeln und wie ein solcher senkrecht auf kleinstem Raum landen.


WEITER ZU SEITE 2: Messerschmitt sah viele Einsatzmöglichkeiten für den "Roto-Jet"

1 | 2 | 3 |     


Weitere interessante Inhalte
Strahljäger Testflugberichte der Messerschmitt Me 262

09.11.2018 - Es ist viel über die Entwicklung der Messerschmitt Me 262 geschrieben worden. Entsprach es immer der Wahrheit? Die originalen Testflugberichte aus der frühen Erprobungsphase des ersten Strahljägers … weiter

Luftwaffe bis 1945 Die Top-Ten der Luftwaffe

06.11.2018 - Unter der Leitung des Technischen Amtes produzierten die Werke ab 1933 zwölf Jahre lang in hauptsächlich Jäger, Bomber, Transporter und Schulflugzeuge in nie dagewesenen Stückzahlen. Wir präsentieren … weiter

Die Ar 234 im Vergleich mit der Me 262 Arado versus Messerschmitt

31.10.2018 - Die Entwicklung einsatzreifer Strahlflugzeuge war im Zweiten Weltkrieg eine rein innerdeutsche Angelegenheit. Messerschmitt konzentrierte sich auf die Me 262, Arado auf die Ar 234. Obwohl mit … weiter

Britische Meilensteine Science Museum London

30.10.2018 - Im Herzen Londons präsentiert das Science Museum eine eindrucksvolle Sammlung seltener Flugzeuge. Hier finden sich unter anderem die Vickers Vimy, mit der die erste Atlantiküberquerung gelungen ist, … weiter

Die Luftwaffe am Boden Schleppfahrzeuge für Strahljäger

26.10.2018 - Bei aller Begeisterung für die Entwicklung und den Einsatz neuer Flugzeugmuster geraten Randthemen schnell ins Abseits. Während der Erprobung der Strahlflugzeuge Messerschmitt Me 262 und der Arado Ar … weiter


Klassiker der Luftfahrt 08/2018

Klassiker der Luftfahrt
08/2018
08.10.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Mit den Bullen nach Duxford
- Jagszweisitzer Junkers J 48
- Museum Villingen-Schwenningen
- Erster Weltkrieg: Kampfzweisitzer aus Hannover
- Luftwaffe 1939: Die große Stuka-Katastrophe