18.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Balkan- und Kretaeinsatz beim Jagdgeschwader 77Messerschmitt Bf 109 im Fronteinsatz

Im Balkan-Feldzug und beim Kampf um Kreta spielte das JG 77 mit seinen Bf 109 eine wichtige Rolle. Für die Menschen und das Material waren die Kämpfe eine große Herausforderung. Mit diesem Bericht werfen wir ein Schlaglicht auf die Einsätze der Bf 109 beim JG 77 zwischen April und Mitte Juni 1941.

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Es ist Anfang April 1941. Gerade haben der Stab, die II. und die III. Gruppe des JG 77 aus Frankreich und von Berlin ins rumänische Deta verlegt. Der Flugplatz, rund 40 Kilometer südlich von Temschwar und nur 20 Kilometer von der jugoslawischen Grenze entfernt, ist Ausgangspunkt für die bevorstehenden Einsätze des Geschwaders gegen Belgrad.

Am 4. April sind die Jäger komplett in Deta versammelt. Zwei Tage später erfolgt der erste Angriff auf die jugoslawische Hauptstadt. Gemeinsam mit der II. und III./JG 54 fliegen die Bf 109E des JG 77 vor allem Begleitschutz für die Bomber. Insgesamt 120 Bf 109E sind dazu aufgestiegen. Im Raum Belgrad kommt es zu vielen Luftkämpfen Messerschmitt gegen Messerschmitt, denn auch die ehemals befreundeten Verteidiger fliegen einige der deutschen Jäger. Den kampferfahrenen Deutschen sind die jugoslawischen Piloten jedoch weitgehend unterlegen.

Nach den insgesamt fünf Angriffen auf Belgrad, an denen fast 500 deutsche Bomber beteiligt waren, zieht schlechtes Wetter auf. Für einige Tage kann kaum geflogen werden. Auf die Kämpfe hat dies praktisch keinen Einfluss. Am 17. April kapituliert Jugoslawien.
Ab Mitte April bekämpft das JG 77 im Verbund mit anderen Einheiten vor allem die im Rückzug aus Griechenland befindlichen britischen Streitkräfte. Entsprechend werden viele Einsätze zur Unterstützung der Bodentruppen an der Küste geflogen.

In kürzester Zeit rückt das JG 77 immer weiter Richtung Peloponnes vor. Für die III./JG 77 zum Beispiel heißen die Stationen innerhalb von weniger als einer Woche Vrba, Skoplje, Prilep und Axiopolis. Die häufigen Verlegungen der verschiedenen Teile des Geschwaders bringen erhebliche technische und logistische Probleme mit sich. Weil die Bodenmannschaften oft nicht schnell genug nachkommen, fehlt es an Ersatzteilen. Reparaturen können nicht durchgeführt werden. Selbst die laufende Wartung der Flugzeuge ist nicht immer gewährleistet. Die Treibstoff und Munitionsversorgung ist unzureichend. So bleiben immer mehr Flugzeuge am Boden stehen.


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