29.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Neue Technologie für den Standard-Jäger (Teil 4) Erstflug Bf 109 am 28. Mai 1935

Zum eigentlichen Wettbewerbsbeginn am 28. August 1934 erschienen dann vier Bf 108, von denen drei in der Gesamtwertung auf den Plätzen 5, 6 und 16 landeten. Für das RLM war damit das Thema Bf 108 erledigt. Die vorhandenen Flugzeuge wurden der E-Stelle Rechlin zugewiesen.

In Augsburg konzentrierte man sich nun zu 100 Prozent auf die Fertigstellung des ersten Prototyps der Bf 109, der im Dezember 1934 in die Endmontage ging und bereits sämtliche Merkmale der  während der kommenden elf Jahre produzierten Bf-109-Flugzeuge aufweisen sollte: Sein Rumpf setzte sich hauptsächlich aus zwei selbsttragenden Glattblech-Halbschalen, versteift mit Längsprofilen, zusammen. Die Flossen des Seiten- sowie des abgestrebten Höhenleitwerks bestanden ebenfalls aus Dural-Halbschalen. Der einholmige Ganzmetallflügel mit torsionssteifer Nase besaß Spaltlandeklappen und automatische Vorflügel. Das einziehbare Fahrwerk war am Rumpf angelenkt, um so die Flügel abnehmbar zu gestalten.

Weil die eigentlich als Antrieb vorgesehenen Reihenmotoren Junkers Jumo 210 A (610 PS) oder BMW 116 (750 PS) nicht verfügbar waren, erhielt die Bf 109 V1 einen Rolls-Royce Kestrel. Ihr Erstflug am 28. Mai 1935 mit BFW-Chefpilot Hans-Dietrich Knoetzsch im Cockpit verlief weitgehend problemlos - ebenso wie die anschließende Werks-erprobung, so dass man die Maschine am 15. Oktober der E-Stelle Rechlin für weitere Tests überstellen konnte.

Mit der endgültigen Kostenübernahme von exakt 1 002 092,24 Reichsmark für drei V-Muster und eine Bruchzelle konnte das Muster Bf 109 in die Serienfertigung des RLM übernommen werden. Der Weg, die Bf 109 zum meistgebauten Jäger der Welt zu machen, war frei.

Marton Szigeti

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 03/2010


Lesen Sie auch: Hintergründiges zum Reiseflugzeug Bf 108 Taifun


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