07.12.2017
Erschienen in: 02/ 2015 Klassiker der Luftfahrt

Mehrzweck-SeeflugzeugBlohm & Voss Ha 140

Mit der Ha 140 beteiligte sich die Blohm & Voss-Tochter Hamburger Flugzeugbau ab 1935 am Wettbewerb um ein Mehrzweck-Seeflugzeug. Der Entwurf unterlag der Heinkel He 115. Doch mit einem der Prototypen wurden noch höchst interessante Versuche durchgeführt.

Die Stunde der ersten Ideen für die Ha 140 schlug 1935. Anfang des Jahres gab das RLM seine Forderungen an ein neues See-Mehrzweckflugzeug heraus. Es war als Nachfolgerin der inzwischen technisch überholten Heinkel He 59 vorgesehen. Vor allem als Torpedobomber, aber auch als Aufklärer, Minenleger, Nebelleger und für das konventionelle Bombardement gegnerischer Schiffe sollte das neue Flugzeug geeignet sein. Eine große Reichweite und Waffenstände zur Abwehr feindlicher Flugzeuge gehörten ebenfalls zur Wunschliste. Als Antrieb sollten Neunzylinder-Sternmotoren BMW 132 dienen.

Der Hamburger Flugzeugbau unter der technischen Leitung von Chefkonstrukteur Richard Vogt und die Heinkel-Entwurfsabteilung mit Siegfried Günter an der Spitze schlugen jeweils zweimotorige Mitteldecker auf Schwimmern vor. Im November 1935 erteilte das RLM beiden Unternehmen den Auftrag zum Bau von Versuchsmustern der Flugzeuge, die die Bezeichnung Ha 140 und He 115 erhielten. Richard Vogt und sein Team konstruierten die Ha 140 mit einem Rohrholmflügel. Vogt hatte diesen Holmtypus 1933 erfunden, während er per Schiff von Japan, wo er zehn Jahre für Kawasaki tätig gewesen war, nach Deutschland zurückkehrte. Damals war ihm von Rudolf und Walther Blohm eine Ein-Drittel-Teilhaberschaft an der neuen Hamburger Flugzeugbau GmbH (HFB) angeboten worden. Die Brüder versprachen sich von der selbstständigen Tochtergesellschaft ihrer Schiffswerft Blohm & Voss einen profitablen Einstieg ins Flugzeuggeschäft.

Der Vogtsche Rohrholm bot einige Vorteile. Im mittleren Flügelstück war er aus Stahl gefertigt und gegenüber anderen Holmkonstruktionen sehr einfach zu produzieren. Zudem diente er gleichzeitig als Tank. Die Außenflügel besaßen den gleichen Holmtypus, hier jedoch war er aus Dural und lief zu den Flügelspitzen hin konisch zu. Innen- und Außenflügel waren produktionstechnisch simpel mit Schraubflanschen verbunden. Vier Spreizklappen sollten für eine niedrige Landegeschwindigkeit sorgen.

Der Rumpf war ein konventioneller Metallbau mit Spanten und Stringern. Um das Leitwerk bei Start und Landung möglichst aus dem aufwirbelnden Spritzwasser herauszuhalten, setzten es die Ingenieure mit- tels eines Pylonen auf eine erhöhte Position. Streben verliehen dem Leitwerk zusätzliche Stabilität.

Massive, direkt an den Hauptholm angeflanschte und verkleidete Rohrträger verbanden die Schwimmer mit dem Flügel. Wasserdichte Schotts unterteilten die Schwimmer in mehrere Sektionen. Bei einem Schaden sollten sie so immer noch ausreichend Auftrieb geben.


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