02.08.2018
Klassiker der Luftfahrt

Spion im Kalten Krieg Martin P4M Mercator

Heute fast in Vergessenheit geraten, diente in den 50er Jahren eine Handvoll Martin P4M zur elektronischen Aufklärung. Die Flugzeuge besaßen einen Mischantrieb aus Sternmotoren und Strahlturbinen.

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Zwei ungleiche Konkurrenten traten Mitte der 40er Jahre im Wettbewerb für ein neues Patrouillenflugzeug der US Navy gegeneinander an. Lockheed hatte bereits seit 1941 an einem Nachfolger der Ventura gearbeitet. Martin brachte 1944 das Model 219 ins Spiel, das die Consolidated PB4Y Privateer vor allem als Minenleger für die geplante Japaninvasion ersetzen sollte. Daher fiel der Entwurf um ein Drittel größer aus als die spätere P2V Neptune aus Kalifornien. Am 6. Juli 1944 orderte die Marine zwei als XP4M-1 bezeichnete Prototypen. Wie bei der AM-1 Mauler setzte Martin auf den Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major mit 28, in vier Reihen angeordneten Zylindern, die dem Antrieb den Spitznamen „Maiskolben“ einbrachten. Zwei dieser gigantischen Sternmotoren trieben die P4M an, doch damit nicht genug. Im hinteren Teil der Gondeln war jeweils ein Strahltriebwerk Allison J33-A-23 untergebracht, wie es auch in der Lockheed F-80 „Shooting Star“ Verwendung fand. Der Lufteinlauf war unter der Motorverkleidung der Props angeordnet und konnte bei Nichtverwendung geschlossen werden.

Die Jets fanden Verwendung beim Start, und wenn es das Einsatzprofil erforderte. Damit konnte der Patrouillenbomber schneller steigen als so manches damalige Jagdflugzeug und erreichte Geschwindigkeiten von rund 660 km/h. Alle vier Antriebseinheiten nutzten den gleichen Kraftstoff, bei dem es sich nicht um Kerosin handelte. Aufgrund der Aufgabe des Minenlegens in feindlichem Gebiet wählten die Designer eine relativ schwere Defensivbewaffnung. Im Bug war ein Emerson-Turm mit zwei 20-mm-Kanonen untergebracht, während das Heck von einem Martin-Turm, ebenfalls mit zwei 20-mm-Kanonen, geschützt wurde. Auf dem Rumpfrücken befand sich ein Stand mit zwei 12,7-mm-Maschinengewehren.


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Patrick Hoeveler


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