20.03.2018
Klassiker der Luftfahrt

Das seinerzeit größte TrägerflugzeugMartin AM-1 Mauler: Das Raubein

Trotz beachtlicher Zuladung konnte sich die Martin AM-1 als damals größtes Trägerflugzeug nicht gegen die Douglas Skyraider durchsetzen.

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Martin AM-1 Mauler im Flug. Foto: KL-Dokumentation  

 

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Wie eine „Lokomotive auf Schienen“ verhalte sich die Martin AM-1 Mauler im Reiseflug, wie ein Pilot einmal über seine Erfahrungen mit dem Riesen erzählte. Das zu seiner Zeit schwerste und größte Träger-flugzeug hatte am 6. April 1949 mit einer Startmasse von 13287 Kilogramm und einer Bewaffnung von 4842 Kilogramm, insgesamt drei Torpedos und zwölf Bomben, sogar einen inoffiziellen Rekord für einmotorige Flugzeuge aufgestellt. Ein mächtiger Pratt & Whitney Wasp Major R-4360-4W mit 28, in vier Reihen angeordneten Zylindern, daher auch „Maiskolben“ genannt, trieb den Hünen an. Der Motor fand auch Verwendung im Riesenbomber Convair B-36 und in der Boeing C-97 Stratofreighter. Um das gewaltige Drehmoment bei der einmotorigen Mauler zu kompensieren, neigten die Konstrukteure den Motor um zwei Grad nach rechts. Der Vierblattpropeller von Curtiss Electric besaß einen Durchmesser von 4,47 Metern.

Diese Größenordnungen schienen auch nötig zu sein, um die umfangreichen Forderungen der US Navy zu erfüllen. Um auf den Flugzeugträgern mehr Platz für Jäger zu haben, wollte die Marine während des Zweiten Weltkriegs ein Mehrzweckflugzeug für Torpedos, Bomben und Sturzangriffe statt verschiedener spezialisierter Typen. Mit der neu eingeführten Kategorie BT für „Bomber Torpedo“ hob man die seit den 30er Jahren bestehende Trennung zwischen „Scout Bombern“ (SB) und „Torpedo Bombern“ (TB) auf. Das neue Muster sollte nach dem Willen der Marineplaner einsitzig sein.

Im September 1943 wählte die USN zunächst Martin, Kaiser-Fleetwings (XBTK-1) und Curtiss-Wright (XBTC) zum Bau entsprechender Prototypen aus. Douglas fiel zunächst aus dem Rennen, da das Unternehmen noch mit der Fertigung der Dauntless beschäftigt war. Im Januar 1944 unterzeichnete die Navy mit der Glenn L. Martin Company aus Baltimore, Maryland, einen Vertrag für den Bau zweier Exemplare des Model 210 (XBTM-1). Nach Auslaufen der B-26 Marauder konnte sich die Entwicklungsabteilung voll auf das neue Projekt konzentrieren. Ein Modell in Originalgröße war bereits im Februar 1944 fertig. Bei der nach der Bezeichnungsreform von 1946 als AM-1 gelisteten Maschine handelte es sich um einen freitragenden Tiefdecker, dessen äußere Flügelsektionen nach oben geklappt werden konnten. Als Markenzeichen der Mauler galten die fingerförmigen Luftbremsen, welche die Geschwindigkeit bei Sturzangriffen auf 563 km/h beschränkten. Die Bremsen griffen ineinander über und bildeten einen Teil der Flügelhinterkante. Das Ausfahren dauerte drei Sekunden und war bei Geschwindigkeiten bis zu 644 km/h möglich. Die Bewaffnung bestand aus vier 20-mm-Kanonen in der Tragfläche mit 800 Schuss und vielen Außenlasten.


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Patrick Hoeveler


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