17.11.2015
Klassiker der Luftfahrt

Airshowstar verunglücktMarc „Léon“ Mathis kommt bei UL-Absturz ums Leben

Marc „Léon“ Mathis (68) ist am Samstag bei einem Erprobungsflug mit dem Prototyp des Ultraleichtflugzeugs HKW-Aero tödlich verunglückt. Die Maschine stürzte aus bisher ungeklärten Gründen am Flughafen Straßburg ab.

Marc Leon Mathis Gelnhausen

Marc "Léon" Mathis während der Airclassics Gelnhausen. Foto und Copyright: Philipp Prinzing  

 

Der französische Airshow-Pilot Marc Mathis ist am Samstag bei einem Erprobungsflug am Flughafen Straßburg ums Leben gekommen. Damit verliert die europäische Warbirdszene einen ihrer größten Piloten und eine herausragende Persönlichkeit. Mathis war für seine unnachahmlichen Vorführungen auf Airshows in ganz Europa bekannt. Bei seiner Vorführungen zeigte er, was in den historischen Maschinen steckt. Von Jak-11 über P-40 Warhawk bis hin zur legendären P-51D Mustang führte Mathis viele klassische Flugzeuge vor.

Marc Mathis P-51D

Marc Mathis vor der bekannten P-51D Mustang "Nooky Booky".Foto und Copyright: Philipp Prinzing  

 

Besonders in Erinnerung bleibt der unvergessliche Auftritt mit dem FW 190-Nachbau auf der Hahnweide 2009. Mit dieser Maschine musste er kurz darauf in der Bucht von Hyères/Frankreich notwassern. Sein Liebe galt jedoch seiner Zlin 526 mit der er Unglaubliches vollführte. So drehte er die Maschine unmittelbar nach dem Start auf den Rücken und begann mit dieser Figur seine Vorführungen.

Mit über 20 000 Flugstunden, davon mehr als 1000 auf historischen Mustern, galt Mathis als einer der erfahrensten Piloten. Er wäre gerne Militärpilot geworden, doch leider machte ihm die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Er wurde trotzdem Pilot. Schmiss sein Studium und arbeitete hart, um sich den Flugschein doch zu ermöglichen. Sein fliegerischer Weg führte ihn von Afrika, als Buschpilot, bis hin zu französischen Air Liberté, bei der er als Kapitän auf der DC-10 bis zu seinem Ruhestand flog.

Mit seinem Tod hinterlässt er eine große Lücke nicht nur an seinem Heimatflugplatz in La Ferté. Der Mensch Marc Mathis war bekannt für seine bescheidene und dankbare Art. Er hatte immer einen Witz auf Lager und scherzte gerne abends bei einem Wein oder Bier auf vielen Flugtagen. Er stand immer Rede und Antwort zu den Flugzeugen und seinen Vorführungen. Als gebürtiger Elsässer natürlich in bestem Deutsch. Seine offene und warmherzige Persönlichkeit, seine Leistungen für die Luftfahrt und die schönen Momente, für die er sorgte, werden immer in Erinnerung bleiben.



Weitere interessante Inhalte
1966 Mein Flug mit dem Starfighter

16.02.2018 - Walter Wolfrum, im II. Weltkrieg Jagdflieger auf der Me 109 mit 137 Abschüssen, 1962 Deutscher Kunstflugmeister und 1966 Mitglied der Mannschaft, die die Bundesrepublik bei den … weiter

Fotodokumente Flugzeugträger – 1940er bis 1970er-Jahre

16.02.2018 - Flugzeugträger üben eine ganz eigene Faszination aus. An die Flugzeuge, die auf ihnen stationiert sind, wurden seit jeher besondere Anforderungen gestellt. … weiter

Spezialist für Aufklärung und Luftnahunterstützung North American OV-10 Bronco

15.02.2018 - Auch nach dem Koreakrieg war das US Marine Corps an einem leichten Beobachtungs- und Luftnahunterstützungsflugzeug interessiert. Es sollte von Straßen und Behelfspisten aus eingesetzt werden. Das … weiter

Der fliegende Simulator Bell X-22A

15.02.2018 - Fast 20 Jahre diente das letzte von Bell im Bundesstaat New York gebaute Flugzeug verschiedenen Tests und lieferte wertvolle Erkenntnisse für die Flugsteuerung von Senkrechtstartern. Ein … weiter

Innovation Award Leserwahl 2018 des aerokurier

14.02.2018 - Welche Neuheiten haben in jüngster Zeit die GA vorangebracht? Welche neuen Typen haben in Zukunft das Zeug zu echten Überfliegern? Beim aerokurier Innovation Award zählt Ihre Meinung! … weiter


Klassiker der Luftfahrt 02/2018

Klassiker der Luftfahrt
02/2018
08.01.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Amerika-Bomber Me 264
- Selbstopferangriffe: Yokosuka MXY-7
- Lockheed Vega
- Grumman Albatross
- Starfighter fliegt in Norwegen
- Reno Air Race
- Gefechtsbericht Hawker Fury