30.01.2018
Erschienen in: 02/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Im Schleichflug an den FeindLockheed P-2 Neptune - Schnelle Attacke dank Turbojets

1118 Neptunes aller Versionen und Unterversionen wurden gebaut und taten Dienst auf allen Kontinenten bis hin zur Antarktis. Es dauerte Jahre, bevor sich ein adäquates Nachfolgemuster für den Schutz der NATO-Seegrenzen fand.

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Die größte Stückzahl aller Neptunes erreichten die der 5er Serie, die in 424 Exemplaren gebaut wurde, in der es aber auch die meisten Varianten gab. Allein 348 Maschinen aller Baureihen gingen an die US Navy. Anfangs hatten die Flugzeuge noch eine Bug- und Heckbewaffnung sowie große Flügelspitzentanks, wobei sich in dem auf der Backbordseite ein leistungsfähiger Suchscheinwerfer befand. 147 Maschinen wurden vom Block 11 gebaut und gingen an die USAF, die RAF und nach Australien. Diese Flugzeuge verfügten unter anderem über einen zusätzlichen Sitz für einen ECM-Operator, womit die Zahl der Besatzungsmitglieder auf neun stieg. Ab Block 13 schließlich wurden die Flugzeuge mit dem charakteristischen, 5,18 Meter langen Hecksteiß für einen Magnetanomaliedetektor ausgestattet. Im Übrigen gibt es aus der Bau- und Einsatzzeit zahlreiche Fotos von den Flugzeugen und auch der langen Heckverkleidung mit Hinweisen auf den Detektor. Niemals aber wurden Bilder davon oder Beschreibungen seiner Wirkungsweise veröffentlicht; ebenso wenig gab es Innenaufnahmen der Maschinen mit den Arbeitsplätzen der Besatzung. Ob unter den Bedingungen strengster Geheimhaltung die Behauptung, bei der Neptune habe es sich um den besten U-Boot-Jäger der Welt gehandelt, Zweckpropaganda oder Wahrheit war, musste glücklicherweise nie in einem bewaffneten Konflikt zwischen den Lagern des Kalten Krieges herausgefunden werden.

Ab der Untervariante P2V-5F wurden alle künftigen Flugzeuge mit zusätzlichen Turbojets J34 von Westinghouse ausgerüstet, die einen Standschub von je 14,5 kN abgaben. Sie verliehen den Flugzeugen mehr Kraft beim Start, aber auch beim schnellen Angriffsflug. Später gab es die Zusatzantriebe auch als Bausätze für die Nachrüstung, so dass man auf Fotos zahlreiche Mischversionen identifizieren kann.

Üblicherweise verfügten diese Neptunes auch über jeweils vier Halterungen für Bomben unter jeder Tragfläche, nur bei der -5FD wurden diese durch Schienen für die Mitführung von Drohnen des Typs Ryan KDA-4 Firebee ersetzt. -5Fs kamen sogar bei der US Army zum Einsatz, und zwar unter der Bezeichnung AP-2E und mit zusätzlicher ECM- und Funkaufklärungsausrüstung. Diese Maschinen flogen während des Vietnamkrieges Aufklärungseinsätze von der Basis Cam Rahn aus.

Die nachfolgende Version P2V-6 war ausschließlich für den Waffeneinsatz konzipiert, so dass man bei ihr auf den Detektor verzichtete und wieder Waffenstände installierte. In der verlängerten Nase befand sich nun ein ferngesteuertes Zwillings-MG von Emerson, das Radargehäuse unter dem Rumpf war relativ klein, und die stärkeren Motoren Wright Cyclone R-3350-36W wurden nunmehr in Gondeln aus rostfreiem Stahl untergebracht. Vor allem aber war die Unterseite dieser Flugzeuge zum Schutz vor Beschuss mit schweren Panzerplatten verkleidet. Der Erstflug einer -6 fand am 16. Oktober 1952 statt, und insgesamt wurden 83 Exemplare dieser auch als Model 626 bezeichneten Version gebaut. Darunter waren unter anderem einige -6B (später -6M) für den Einsatz von UAW-Raketen Fairchild AUM-N-2 Petrel sowie Trainer, aus denen alle Bewaffnung ausgebaut worden war. Beginnend mit dem Erstflug am 26. April 1954 begann die Zeit der der P2V-7 (Model 726), von der insgesamt 311 Exemplare gebaut wurden.


WEITER ZU SEITE 2: Abschluss mit einer gründlich überarbeiteten Baureihe

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Matthias Gründer


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