06.09.2018
Klassiker der Luftfahrt

Model 1049Lockheed Super Constellation

Die viermotorige Lockheed L-1049 Super Constellation gehört als mittlere Generation zur dreigliedrigen Lockheed-Constellation-Familie. Sie gilt als Krönung des Kolbenmotor-Verkehrsflugzeugbaus und besticht durch eine ungewöhnlich elegante Linienführung.

Das markante dreigeteilte Seitenleitwerk ermöglichte das Unterstellen der Flugzeuge in relativ niedrigen Altbauhangars. Aus der schon seit 1939 entwickelten Lockheed L-649 und L-749 Constellation entstanden die gestreckte Lockheed L-1049 Super Constellation und schließlich die nochmals deutlich vergrößerte Lockheed L-1649 Starliner mit völlig neuem Flügel. 

Die Super Constellation wurde als Reaktion auf die konkurrierende Douglas DC-6-Familie seit Januar 1950 als verlängerte Version mit dem neuen Turbo-Cyclone-Triebwerk konzipiert. Als Prototyp nutzte man den originalen Constellation-Prototyp NX25600 weiter, der durch eingefügte Rumpfsektionen vor und hinter dem Flügel von 29 Meter auf 34,62 Meter Länge wuchs. Die nun als NX67900 umregistrierte Super Constellation startete am 13. Oktober 1950 mit J. White am Steuer in Burbank zum Erstflug. Das Model 1049 musste für die Anfangsflugerprobung noch die eigentlich zu schwachen Wright 749C-18BD-1-Triebwerke mit 2500 PS nutzen, bevor endlich die vorgesehenen Double Cyclone mit 2700 PS zur Verfügung standen.

Eastern Air Lines wurde 1951 der erste Airline-Betreiber. TWA ließ ihre Super Constellation mit rechteckigen Fenstern, statt der runden Serienfenster ausstatten. Die unterschiedlichen Varianten fassten zwischen 65 Passagieren (Langstrecke) und 102 Passagieren (Maximalbestuhlung). 

Wie die gesamte Constellation-Familie wurde auch die Super Constellation in nennenswerter Stückzahl für das Militär gebaut. Mehr als die Hälfte der Produktion entfiel auf militärische Kunden. Dazu gehören Transportvarianten für US Air Force und Navy aber vor allem elektronische Aufklärerversionen, welche teilweise klobige Antennenanbauten erhielten.

Technischer Höhepunkt der Super Constellation-Serie war die mit dem sogenannten Turbo Compound-Triebwerk ausgestattete Lockheed Model 1049C. Sie flog erstmals 17. Februar 1953 und war als Antwort auf die überlegene DC-6B gedacht. Ihre Turbo Cyclones mit 3250 PS Startleistung und 20 Prozent niedrigerem Treibstoffverbrauch verfügten über zusätzliche, dreistufige Abgasturbolader und wurden auch in der nur drei Monate später erscheinenden DC-7 genutzt.

Das Rennen zwischen den Familien Douglas DC-4/DC-6/DC-7 und Lockheed Constellation/Super Constellation ging, inklusive Militärproduktion, mit 2210 Flugzeugen zu 856 Flugzeugen zugunsten von Douglas aus. Mit dem Erscheinen der ersten Jets und Turboprops lösten viele Airlines die wartungsaufwändige Super Constellation und ihre schnellere Nachfolgerin, die Starliner, ab. Beim US-Militär waren Super Connies noch bis Oktober 1978 im Einsatz.

Technische Daten

Super Constellation

Verwendung: Langstrecken-Verkehrsflugzeug
Besatzung: 5 (zwei Piloten, Flugingenieur, zwei Flugbegleiter)
Passagiere: 69 bis 92 (in typischer Bestuhlung)
Antrieb: vier Wright 956C-18CA-1 18-Zylinder-Sternmotoren mit 2700 PS
Länge: 34,62 m
Höhe: 7,54 m
Spannweite: 37,49 m
Leermasse: 31393 kg
Abfluggewicht: 54434 kg
Höchstgeschwindigkeit: 481 km/h
Reisegeschwindigkeit: 410 km/h
Dienstgipfelhöhe: 7620 m
Reichweite: 6840 km mit 2767 Nutzlast

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 05/2010

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Lockheed F-104 Europas letzter Starfighter

17.10.2018 - Seit 2016 fliegt in Europa wieder eine Lockheed F-104. Eine norwegische Gruppe betreibt den Jet von Bodø aus, doch leider ist die Flugzeit des Mach 2 schnellen Starfighters stark begrenzt. 2018 wird … weiter

Auf und ab Lockheed XP-58 - Schwerer Jäger mit verschiedenen Rollen

16.10.2018 - Lockheed versuchte, das erfolgreiche Konzept der P-38 Lightning weiter zu entwickeln. So entstand unter anderem die XP-58 Chain Lightning, die größer und leistungsfähiger war als das Ausgangsmuster. … weiter

Fotodokumente Lockheeds nicht realisierte Projekte

09.10.2018 - Alle hier gezeigten Ideen stammen von durchaus seriösen Ingenieuren des US-Luftfahrtkonzerns Lockheed, die zu interessanten Entwürfen führten, jedoch nie realisiert wurden. … weiter

Fotodokumente Forschungsflugzeuge der NACA und NASA

09.10.2018 - Die amerikanische NASA, die 1958 aus dem National Advisory Committee on Aeronautics (NACA) hervorging, ist einer der größten Wegbereiter für die Luft- und Raumfahrt. … weiter

Gabelschwanzteufel Lockheed P-38 Lightning

21.09.2018 - Von den 10 037 gebauten Lockheed P-38 Lightning hat nur ein halbes Dutzend bis heute flugfähig überlebt. Dabei wurden kurz nach dem Krieg flugfähige P-38 schon für unter 1500 Dollar verkauft. … weiter


Klassiker der Luftfahrt 08/2018

Klassiker der Luftfahrt
08/2018
08.10.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Mit den Bullen nach Duxford
- Jagszweisitzer Junkers J 48
- Museum Villingen-Schwenningen
- Erster Weltkrieg: Kampfzweisitzer aus Hannover
- Luftwaffe 1939: Die große Stuka-Katastrophe