13.07.2018
Erschienen in: 03/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

Leichter Jagdbomber (Teil 2) Israel war größter Exportkunde

kl 05-2013 Douglas A-4 Skyhawk (07)

In Israel diente die A-4H „Ahit“ noch lange für die Pilotenausbildung. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Größter Exportkunde der Skyhawk war Israel, das 217 der als „Ayit“ (Adler) bezeichneten Flugzeuge bestellte und weitere 46 als US-Militärhilfe erhielt. Israel verbesserte die A-4E mit modernerer Avionik, großkalibrigeren 30-mm-Bordkanonen, stärkerem Triebwerk und einer zur besseren Abschirmung hitzesuchender Raketen verlängerten Heckverkleidung zur Version A-4H, von der 90 Flugzeuge geliefert wurden. Die zunehmende Bedrohung durch moderne sowjetische Jäger und Boden-Luft-Raketen verdrängte die relativ schwach motorisierte Skyhawk dennoch zunehmend in sekundäre Rollen, wie Pilotenauswahl und Fortgeschrittenenausbildung.

In einer Rolle brillierte die Skyhawk jedoch weiterhin, nämlich als Feinddarsteller. Die ungewöhnlich leichte und wendige Skyhawk kam den als Kriegsgegner angenommenen sowjetischen Jägern, wie den frühen MiG-21-Versionen, bei den Flugeigenschaften sehr nahe. Spezielle Flugstaffeln der Amerikaner imitierten damit sowjetische Luftkampfverfahren zu Trainingszwecken, um reguläre US-Piloten im Umgang mit ihren leichteren und wendigeren Gegnern zu schulen. Als Exportkunden betrieben auch Australien und Neuseeland die Skyhawk. Australien setzte seine 20 Douglas A-4E auf dem Träger HMAS Melbourne ein. Auch Singapur, Indonesien, Kuwait und Brasilien erhielten Skyhawks. Singapur modifizierte gebrauchte A-4B und A-4C-Zellen zu TA-4S-Doppelsitzer-Trainern. Deren zweites Cockpit befindet sich unter einer markant abgesetzten, separaten Haube.

Ihren letzten Kriegseinsatz erlebte die Skyhawk im Falkland-Konflikt, zu dessen Zeit Argentinien insgesamt 48 Flugzeuge zur Verfügung standen. Zwar gingen davon im Verlauf der Kämpfe 22 verloren, sie waren aber an den Angriffen auf die britischen Schiffe HMS Coventry, HMS Antelope, RFA Sir Galahad, HMS Glasgow, HMS Argonaut, HMS Broadsword und RFA Sir Tristram beteiligt. Die Versenkung der Ardent soll direkt auf das Konto einer Skyhawk gehen.

Noch heute fliegt die „Scooter“, so der Spitzname der Skyhawk, auch in Deutschland, nämlich als visueller Zieldarsteller für die Bundeswehr in Wittmund. Ein Vertrag mit dem kanadischen Unternehmen Discovery Air Defence Services sieht eine Fortsetzung dieser Flüge mit bis zu sieben Skyhawk bis mindestens zum Jahr 2019 vor.


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Sebastian Steinke


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