27.09.2017
Klassiker der Luftfahrt

Staustrahl-Versuchsflugzeuge aus Frankreich (Teil 3) Premiere in Le Bourget

leduc-022-flug

Die Leduc 022 sollte die Basis für einen Mach 2 schnellen Abfangjäger bilden. Die französische Regierung stellte das Programm jedoch aus Spargründen ein. Foto: KL-Dokumentation  

 

Zwei weitere Exemplare wurden gebaut. Die ersten beiden Maschinen gingen allerdings bei Unfällen verloren. Am 27. November 1951 fiel das Triebwerk der ersten Leduc 010 kurz nach dem Start vom Mutterflugzeug aus. Pilot Jean Sarrail legte noch eine Bruchlandung hin, bei der er schwer verletzt wurde. Auch Yvan Litolf erlitt am 5. Juli 1952 dieses Schicksal, als es bei der Trennung von der Languedoc zu Problemen kam und er mit der zweiten 010 nicht mehr zurück nach Istres fliegen konnte. Die dritte Leduc sollte ursprünglich als 016 mit zwei zusätzlichen Tubomeca-Marboré-Turbojets an den Flügelspitzen fliegen, wurde aber auf den Stand der 010 gebracht, da die Triebwerke sich als ineffektiv erwiesen. Die Forschungsjets erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0.85, wobei der Ramjet einen Schub von 19,55 Kilonewton leistete. Diese viel versprechenden Ergebnisse führten zur Entwicklung der größeren 021. Die Auslegung war ähnlich, aber der Pilot saß diesmal in einem voll verglasten Bug vor dem Lufteinlauf, was die Sicht erheblich verbesserte. Zusätzlich verfügte er über ein Periskop auf der Oberseite der Kanzel.

Hinter dem Cockpit fand ein Turbomeca Artouste zum Start des Ramjets Platz. Die Leistung reichte aber noch nicht für einen Bodenstart, und so musste am 20. März 1953 wieder die Languedoc herhalten. Eine zweite Version der Leduc 021 erhielt ein stärkeres Marboré II. Die Flugleistungen erwiesen sich für die damalige Zeit als beeindruckend: Die anfängliche Steigrate betrug 11890 Meter pro Minute bei einer maximalen Flughöhe von 20117 Metern. Bei einer Vorführung auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget 1955 zeigte sich auch die Öffentlichkeit angetan. Nach der Trennung vom Mutterschiff machte die Leduc zwei Vorbeiflüge mit einer Geschwindigkeit von rund 1045 km/h. Dann landete sie und kam unter Applaus der Zuschauer mit Hilfe eines Bremsschirms zum Stehen.


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Patrick Hoeveler


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